Kaum Ölweiden, aber eine 350-jährige Eiche: Warum Dresden seine Bäume zählt

Dresden - Egal ob Alter, Zustand, Pflegemaßnahmen oder Höhe: 99.000 der insgesamt 104.000 Dresdner Bäume sind mittlerweile digital erfasst. Warum die Daten wichtig sind - und wie die Dresdner profitieren.

Die Eichen an der Hüblerstraße werden auf über 350 Jahre geschätzt. Die Kaditzer Linde ist wesentlich älter, befindet sich aber nicht auf städtischem Boden.
Die Eichen an der Hüblerstraße werden auf über 350 Jahre geschätzt. Die Kaditzer Linde ist wesentlich älter, befindet sich aber nicht auf städtischem Boden.  © Thomas Türpe

Seit 30 Jahren erfasst Dresden die eigenen kommunalen Bäume. "Wir haben angefangen mit den Straßenbäumen und mit Karteikarten", sagt Jörg Lange (56), Abteilungsleiter im Grünflächenamt.

Das Verzeichnis der Straßenbäume sei "nahezu vollständig". Seit etwa zehn Jahren werden daher auch Bäume auf Spielplätzen, Schulhöfen, Sportplätzen und in Grünanlagen mittlerweile komplett digital erfasst. Nicht hinterlegt ist städtischer Wald, zum Beispiel im Albertpark.

Wird ein Baum neu gepflanzt, erfolgt mit kurzem Zeitverzug die digitale Erfassung, der Rest folgt im Rahmen regulärer Kontrollen. Wichtigster Zweck des enormen Aufwandes: "Die Stadt hat eine Kontrollpflicht des Baumzustandes", so Lange weiter.

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Daher werden Schäden erfasst, erfolgte Pflegemaßnahmen hinterlegt. Quasi auf Knopfdruck könnte die Stadt zu jedem umgestürzten Baum dessen Historie abfragen.


Die Eichen an der Hüblerstraße stehen unter Naturschutz.
Die Eichen an der Hüblerstraße stehen unter Naturschutz.  © Thomas Türpe
Noch immer haben die Bäume kleine Marken, längst erfolgt die Erfassung aber digital.
Noch immer haben die Bäume kleine Marken, längst erfolgt die Erfassung aber digital.  © Thomas Türpe
Die höchsten Bäume der Stadt stehen im Park von Schloss Albrechtsberg.
Die höchsten Bäume der Stadt stehen im Park von Schloss Albrechtsberg.  © Thomas Türpe
Wann immer Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (55) und Jörg Lange (56) neue Bäume pflanzen, landen die kurze Zeit später im digitalen Register der Stadt.
Wann immer Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (55) und Jörg Lange (56) neue Bäume pflanzen, landen die kurze Zeit später im digitalen Register der Stadt.  © Steffen Füssel

Aus Datenbank können Rekorde gelesen werden

Ab sofort kann im Themenstadtplan nahezu jeder kommunale Baum gefunden werden.
Ab sofort kann im Themenstadtplan nahezu jeder kommunale Baum gefunden werden.  © Screenshot/stadtplan.dresden.de

Gleichzeitig sind aber auch Art und Alter aller gelisteten Bäume bekannt. Die Dresdner können diese zwei Daten nun "baumgenau" nachvollziehen:

"Alle, die wissen möchten, welche Baumart auf ihrer Straße, im Park oder auf dem Spielplatz um die Ecke wächst, können sich ab sofort im Themenstadtplan informieren, sagt Detlef Thiel (60), Chef im Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft.

Spannend: Aus der Datenbank können jederzeit "Rekorde" auslesen werden. Linden und Ahorn (je 19.000 erfasste Exemplare) sind Dresdens häufigste Arten, besonders selten werden Kuchenbäume und Ölweiden gepflanzt.

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Als ältester kommunaler Baum ist eine Eiche an der Hüblerstraße mit geschätzten 350 Jahren registriert. Dresdens höchste Bäume mit über 30 Metern stehen im Park von Schloss Albrechtsberg. Infos: stadtplan.dresden.de.

Titelfoto: Thomas Türpe/Steffen Füssel

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