Keine Plastik, kaum Müll: Dresdner Friseurmeisterin mixt alle Cremes und Shampoos selbst

Dresden - Die Handwerkskammer lobt ostsächsische Handwerksbetriebe als Vorreiter für nachhaltiges Arbeiten und Motor für Klimaschutz. Dabei stellten sie besonders umweltfreundliche Betriebe vor, wie den Dresdner Friseursalon von Juliette Beke (40), der nahezu müllfrei wirtschaftet.

Friseurmeisterin Juliette Beke (40) produziert nahezu keinen Müll. Auch Haarspray mischt sie sich aus Bio-Rübenzucker und Wasser selbst an.
Friseurmeisterin Juliette Beke (40) produziert nahezu keinen Müll. Auch Haarspray mischt sie sich aus Bio-Rübenzucker und Wasser selbst an.  © Eric Münch

Für die Dresdner Kammer gehört "Nachhaltigkeit zur DNA des Handwerks".

"Handwerker reparieren und restaurieren. Sie erschaffen und bewahren dauerhaft Werte. Sie achten auf einen sparsamen Materialeinsatz und schonen Ressourcen", sagt Präsident Jörg Dittrich (52).

Eine Vorreiterrolle nimmt Friseurmeisterin Beke ein.

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Die gebürtige Dresdnerin machte sich im März selbstständig, gründete im Lahmann-Sanatorium den ersten müll- und plastikfreien Friseursalon der Stadt.

Zuvor recherchierte sie, ob das überhaupt möglich ist, stieß auf das "Lehrbuch der Friseure" von 1928. Veilchenwasser, Frisiercreme, Schampun: "Vor 100 Jahren wurden die Produkte noch selbst hergestellt", erklärt Beke.

"Das hat mich inspiriert."

Nachhaltigkeit gilt heute als Trend, wurde aber schon vor 100 Jahren praktiziert, wie das "Lehrbuch der Friseure" von 1928 beschreibt.
Nachhaltigkeit gilt heute als Trend, wurde aber schon vor 100 Jahren praktiziert, wie das "Lehrbuch der Friseure" von 1928 beschreibt.  © Eric Münch

Müllfreie Eigenproduktion sogar günstiger als Fertigprodukte

Durch die Eigenproduktion kann sie auf Plastik-Produkte verzichten.
Durch die Eigenproduktion kann sie auf Plastik-Produkte verzichten.  © Eric Münch

Heute mischt sie Gel und Shampoo selbst, nutzt für Haarspray Bio-Rübenzucker und Wasser. Zum Färben nutzt sie pflanzliche Extrakte wie Henna.

Geschnittene Haare entsorgt sie nicht im Müll, sondern kompostiert diese.

Die Meisterin bestellt Natron zum Waschen oder Zitronensäure zum Spülen in plastikfreien Verpackungen. Natürliche Mittel statt Chemie!

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"Wenn man weiß, wie es geht, ist die müllfreie Eigenproduktion sogar günstiger als Fertigprodukte."

Haare kommen nicht in den Müll, sondern werden kompostiert.
Haare kommen nicht in den Müll, sondern werden kompostiert.  © Eric Münch

Der Kalender der Friseurmeisterin ist gut gefüllt!

Herrenschnitt (inkl. Kopfmassage, Föhnen) 34 Euro, Damenschnitt 62 Euro: Seit März betreibt Beke ihren Salon "Gesunde Haare - Zero Waste" im Lahmann-Sanatorium auf dem Weißen Hirsch.
Herrenschnitt (inkl. Kopfmassage, Föhnen) 34 Euro, Damenschnitt 62 Euro: Seit März betreibt Beke ihren Salon "Gesunde Haare - Zero Waste" im Lahmann-Sanatorium auf dem Weißen Hirsch.  © Eric Münch

Anfangs hatte sie Sorgen, ob die Kunden das annehmen. Aber: "Der Kalender ist gut voll. Die Menschen kommen, um der Umwelt, aber auch sich selbst was Gutes zu tun", sagt Beke erfreut.

Auch ihre fünf Mitarbeiter seien begeistert.

Mit so viel Nachhaltigkeit ist die Friseurmeisterin in ihrer Branche noch ein Exot.

Wie auch Henner Jordan (53), Geschäftsführer der WEA Wärme- und Energieanlagenbau in Sebnitz, der 100 Elektro-Smarts für die Firma leaste, die Mitarbeiter auch privat nutzen können.

Der Dresdner Handwerkskammer-Präsident Jörg Dittrich (52).
Der Dresdner Handwerkskammer-Präsident Jörg Dittrich (52).  © Eric Münch

Die Handwerkskammer fordert von der Politik, mehr Anreize zu schaffen wie etwa unbürokratische und niederschwellige Förderangebote für Betriebe und deren Klimaschutz-Investitionen.

Titelfoto: Eric Münch

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