Betrunkene Mädchen aus Fluss gerettet: Wie gefährlich ist Baden in der Elbe?

Dresden - Ohne ihren Retter, den Polizeikommissar Tom Tschernich (25), hätten die beiden betrunkenen Mädchen (15, 17) Dienstagnacht ihr Bad in der Elbe wohl nicht überlebt. Dass Baden in dem Fluss riesige Gefahren birgt, ist den meisten Menschen nicht bewusst.

Karsten Wild vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt warnt vor dem Baden in der Elbe.
Karsten Wild vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt warnt vor dem Baden in der Elbe.  © Norbert Neumann

Der Elbpegel dümpelt bei knapp über einem Meter. Der Fluss wirkt mehr wie ein See denn als ein reißendes Gewässer. Der Schein trügt.

In der Fahrrinne, die rund einen Meter zusätzlich in die Tiefe geht, "konzentriert sich die Strömung", sagt Karsten Wild (47) vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA).

Dort hinein waren auch die Mädchen geraten. Mit mehr als vier Kilometer pro Stunde (4,32 km/h) wurden sie fast einen Kilometer von der Augustusbrücke flussabwärts gespült. Die Durchfluss-Geschwindigkeit beträgt derzeit 1,20 Meter pro Sekunde.

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Möglicherweise gerieten sie schon in Ufernähe in den Sog. "An den Brücken, wo das Baden verboten ist, kommt es zu Verwirbelungen an den Pfeilern, das ist sehr gefährlich", so Wild.

Auch sollte Elbe-Badenden bewusst sein, dass der Fluss eine Bundeswasserstraße ist und Schiffer Schwimmer nicht unbedingt sehen.

Der Schein eines ruhigen Flusses trügt.
Der Schein eines ruhigen Flusses trügt.  © dpa/Sebastian Kahnert
Verwirbelungen an den Pfeilern an der Augustusbrücke könnten den Mädchen zum Verhängnis geworden sein.
Verwirbelungen an den Pfeilern an der Augustusbrücke könnten den Mädchen zum Verhängnis geworden sein.  © dpa/Matthias Hiekel
Trotz Gefahr zieht es bei heißem Wetter die Dresdner in die Elbe.
Trotz Gefahr zieht es bei heißem Wetter die Dresdner in die Elbe.  © dpa/Matthias Hiekel

Das Baden in der Elbe ist zwar nicht verboten, der Fluss wird von der Stadt aber auch nicht als Badegewässer ausgewiesen.

Die Polizei geht weiterhin davon aus, dass "alkoholbedingter Blödsinn" die beiden Mädchen ins Wasser trieb, wie Polizeisprecher Stefan Grohme (40) sagt.

Titelfoto: dpa/Matthias Hiekel/Norbert Neumann

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