Nach anonymem Aufruf: Pandemie-Leugner irren durch die Innenstadt

Dresden - Bundesweit sollte es am Samstag zu unangemeldeten Aufzügen kommen: Aus einer privaten Telegram-Gruppe verbreitete sich ein Aufruf in Neonazi- und Pandemieleugner-Kreisen, sich jeweils 14 Uhr in den jeweiligen Landeshauptstädten vor den Landtagen zu sammeln, von dort aus zu den Redaktionen zu ziehen.

Auch die Polizei war vor Ort.
Auch die Polizei war vor Ort.  © Eric Hofmann

Auch in Dresden sammelten sich Demonstranten, hatten dort aber Probleme mit dem gleichzeitig stattfindenden "Christopher Street Day".

Nichts anmelden, niemand soll sich als Versammlungsleiter zu erkennen geben - so der Aufruf auch für Dresden. So standen knapp 70 Pandemieleugner und einige Pegida-Unterstützer gegen 14 Uhr vor dem Landtag herum.

Ein mehrfacher "Querdenken"-Redner verteilte Flyer, ein Radfahrer setzte sich an die Spitze und dann ging der Aufzug Richtung Haus der Presse. Da das Ganze als Spaziergang getarnt ablief, blieb der Zug auch auf dem Gehweg und so rissen Straßenüberquerungen schnell Lücken in den Zug.

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Ein paar Polizisten beobachteten das Ganze. Vor dem Haus der Presse skandierten einige "Lügenpresse", bedrängten Journalisten und wurden gegenüber Beobachtern handgreiflich.

Die Ordnungshüter gingen hier schnell dazwischen, verfolgten die Demo dann über die Marienbrücke.

Polizei prüft ein Verstoß gegen das Versammlungsrecht

Ein Radfahrer führte die Gruppe an.
Ein Radfahrer führte die Gruppe an.  © Eric Hofmann

Auf der Neustädter Seite rächten sich dann die Lücken im Zug: Auf Höhe der Augustusbrücke waren zahlreiche Teilnehmer des "Christopher Street Days" sowie tatsächliche Spaziergänger unterwegs, die nun die Lücken im Demozug einnahmen. So verloren die hinteren Demonstranten den Anschluss an die Spitze.

Ratlos stand das Grüppchen nun an der Brücke herum, diskutierte wohin man denn ziehen soll. Nach einer Viertelstunde und einigen Telefonaten zogen sie dann schließlich zu einer angemeldeten Kundgebung auf dem Jorge-Gomondai-Platz.

Genützt hat die "Spaziergang-Tarnung" wenig: "Die eingesetzten Beamten sprachen die Personen an und werteten die Aktion als Versammlung", so Polizeisprecher Marko Laske (47).

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"Im Zusammenhang mit der nicht angezeigten Versammlung prüft die Polizei ein Verstoß gegen das Versammlungsrecht."

Titelfoto: Eric Hofmann

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