Personalausfälle wegen Omikron? Kommunen, Krankenhäuser und Polizei in Sachsen wappnen sich

Dresden - Für den Fall hoher Personalausfälle durch eine Omikron-Infektionswelle sehen sich viele Kommunen, Krankenhäuser und die Polizei in Sachsen gewappnet. Vielerorts bestehen Notfallpläne bereits seit Beginn der Pandemie und werden jetzt noch einmal an die aktuelle Situation angepasst, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben hat. Die Omikron-Welle könnte Sachsen nach Berechnungen von Medizinern bereits in zwei bis drei Wochen treffen.

Notfallpläne wurden in der Stadt Dresden bereits erstellt, falls Omikron im Freistaat Sachsen um sich greift.
Notfallpläne wurden in der Stadt Dresden bereits erstellt, falls Omikron im Freistaat Sachsen um sich greift.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

In der Landeshauptstadt Dresden etwa habe Oberbürgermeister Dirk Hilbert (50, FDP) festgelegt, dass derzeit geschäftsübergreifend Notfallpläne erstellt, abgestimmt und auf ihre Stressresistenz überprüft werden.

Damit sollten die prognostizierten Arbeitsausfälle durch Omikron bestenfalls sogar vermieden werden, teilte die Stadt mit.

"Wir sehen uns jetzt alle Bereiche an und fragen uns, ob die Vorkehrungen ausreichen. Zum Beispiel: Welche IT-Fachleute aus anderen Ämtern können wir zusammenziehen, wenn der halbe Eigenbetrieb IT ausfallen sollte", sagte Hilbert.

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Für den Fall sehr hoher Ausfälle kommt für die Stadt auch eine Notfalllösung infrage: "Wenn es ganz schlimm kommt, werden wir darüber nachdenken müssen, in extrem wichtigen Bereichen Teams einzusetzen, in denen alle positiv getestet sind", sagte Hilbert. Ziel sei es, positiv und negativ Getestete zu separieren.

Dresdens OB Dirk Hilbert (50, FDP) hat Notfallpläne erstellen und abstimmen lassen.
Dresdens OB Dirk Hilbert (50, FDP) hat Notfallpläne erstellen und abstimmen lassen.  © Steffen Füssel

Arbeitsquarantäne für Krankenhäuser und Pflegeheime?

In Krankenhäusern und Pflegeheimen wird über eine Arbeitsquarantäne nachgedacht, um die medizinische Versorgung aufrecht erhalten zu können.
In Krankenhäusern und Pflegeheimen wird über eine Arbeitsquarantäne nachgedacht, um die medizinische Versorgung aufrecht erhalten zu können.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Sollte sich die medizinische Versorgung nicht anders aufrecht erhalten lassen, ist laut Angaben des Gesundheitsministeriums auch in Krankenhäusern und Pflegeheimen eine Arbeitsquarantäne möglich.

Positiv getestete Pflegekräfte, die keine Symptome haben, könnten ihre Quarantäne dann für ihren Dienst unterbrechen - unter Einhaltung hoher Hygienestandards.

Ein Erlass aus dem Dezember 2020 regele, dass es für eine solche Arbeitsquarantäne keine gesonderte Genehmigung des Gesundheitsamts brauche.

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Bevor es so weit kommt, versuchen die Krankenhäuser zunächst auf andere Mittel zurückzugreifen. An der Uniklinik Leipzig etwa ist vorgesehen, dass Kräfte in der Versorgung dringender Fälle und der Notfallversorgung gebündelt werden.

"Im Prinzip erfolgt eine Umsetzung dieses Szenarios bereits durch die aktuelle Reduktion elektiver und ambulanter Leistungen, um den zusätzlich erforderlichen Personalbedarf für die sehr aufwendige Versorgung der Covid-Patienten absichern zu können", heißt es von den Vorständen Christoph Josten und Robert Jacob.

Viele Stellen setzen auf Prävention: Homeoffice oder zeitversetzte Schichten

Bei der sächsischen Polizei vertraut man wird auf interne Umsetzungen.
Bei der sächsischen Polizei vertraut man wird auf interne Umsetzungen.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Das Klinikum Chemnitz setzt zur Entlastung seines Personals auch auf Freiwillige und die Unterstützung der Bundeswehr.

20 Soldatinnen und Soldaten sind derzeit aus dem Versorgungsbataillon 131 aus dem thüringischen Frankenhausen im Krankenhaus eingesetzt.

Bei der sächsischen Polizei könnten Beamtinnen und Beamte intern sehr schnell umgesetzt werden, heißt es von einer Sprecherin.

Außerdem bestehe die Möglichkeit, präventive Maßnahmen zurückzufahren. Zurzeit befinden sich den Angaben zufolge 243 Bedienstete in Quarantäne - davon sind 165 nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Damit die Notfall-Maßnahmen gar nicht erst in Kraft treten müssen, setzen viele Stellen vor allem aber auf Prävention: Teams arbeiten aus dem Homeoffice wie bei der Stadtverwaltung Chemnitz oder beginnen ihre Schichten zeitversetzt, wie das etwa bei der Stadtreinigung Leipzig laut Angaben einer Sprecherin der Fall ist.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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