Protestaktion am Goldenen Reiter: Denkmal mit Bannern behangen

Dresden - Nanu? Normalerweise glänzt der Goldene Reiter in seiner Pracht auch im Dunkeln auf dem Neustädter Markt. Doch in der Nacht zum Freitag wurde das Denkmal für eine Protestaktion verwendet.

Extinction Rebellion bekennt sich öffentlich zu der Tat. Auf dem Banner steht: "Mit Galopp in die Krise #sogehtsächsisch".
Extinction Rebellion bekennt sich öffentlich zu der Tat. Auf dem Banner steht: "Mit Galopp in die Krise #sogehtsächsisch".  © PM/Extinction Rebellion

Der sächsische Kurfürst und polnische König August der Starke kommt einfach nicht zur Ruhe. Das blattvergoldete Denkmal wurde im Mai 2019 Opfer von Vandalen, die ihm sein Schwert abbrachen (TAG24 berichtete), dann gab es Kritik bei dem Plan, ihn zuzubauen.

Nun wurde Dresdens berühmte Statue für eine Protestaktion der Ortsgruppe Dresden von Extinction Rebellion verwendet. 

In einer Pressemitteilung gab die Gruppe, die sich als internationale ökologisch-soziale Bewegung bezeichnet, bekannt, dass sie den Goldenen Reiter mit zwei Bannern in der Nacht von Donnerstag zu Freitag behangen haben. Auf diesen stand geschrieben: "Mit Galopp in die Krise #sogehtsächsisch" und "Ich seh‘ den Wald vor lauter Gold nicht mehr. #dannibleibt"

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Was ist das Ziel der Aktion? Am heutigen Freitag findet eine globale Klimademonstration von Fridays For Future statt, welche auf die aktuelle bedrohliche Situation unseres Planeten aufgrund des stetig voranschreitenden Klimawandels aufmerksam macht. 

Auch Extinction Rebellion versteht sich als Teil dieser Demonstration. Laut eigenen Aussagen leistet die Gruppe Aufklärungsarbeit und möchte mit gewaltfreien Aktionen erreichen, dass die Klimaschutzmaßnahmen verbessert werden.

Mit dem zweiten Banner-Schriftzug macht die Gruppe auf die drohende Rodung des Dannenröder Forstes in Hessen aufmerksam. Bereits im Oktober sollen 27 Hektar des Forstes einer neuen Autobahn weichen (TAG24 berichtete). Klimaaktivisten gehen dagegen vor.

Extinction Rebellion Dresden möchte mehr Aufmerksamkeit für den Klimaschutz

"Ich seh‘ den Wald vor lauter Gold nicht mehr. #dannibleibt" steht auf dem Banner geschrieben.
"Ich seh‘ den Wald vor lauter Gold nicht mehr. #dannibleibt" steht auf dem Banner geschrieben.  © PM/Extinction Rebellion

Mit ihrem Protest in Dresden möchte die Bewegung erreichen, dass die sächsische Regierung mehr auf die menschengemachte Klimakatastrophe hinweist. Sie kritisieren Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, 45), der sich beispielsweise für die Verlängerung von Kohleverstromung einsetzt.

Extinction Rebellion schreibt: "Die konkreten Folgen der Klimakatastrophe sind zunehmend nicht mehr nur im globalen Süden, sondern auch vor Ort sichtbar. In Sachsen manifestieren sich bereits erste Probleme unter anderem aufgrund von Hitzesommern, Dürren und Waldsterben."

Sie rufen dazu auf, Teil der groß angelegten Demonstration zu sein, die unter den Corona-Vorgaben am Freitag ab 13.30 Uhr auf dem Altmarkt stattfinden soll. 

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Die Bewegung ist in über 100 Ländern verbreitet. In Deutschland existieren über 80 Ortsgruppen. Der Dresdner Ableger besteht seit 2019.

Titelfoto: PM/Extinction Rebellion

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