Quarantäne-Ärger in Klotzsche: Hort-Wirrwarr verunsichert Eltern und Betreuer

Dresden - Quarantäne-Wirrwarr im Hort der 50. Grundschule in Klotzsche.

Nach einem Corona-Fall am Hort der 50. Grundschule in Klotzsche wurde die Quarantäne überraschend schnell wieder aufgehoben.
Nach einem Corona-Fall am Hort der 50. Grundschule in Klotzsche wurde die Quarantäne überraschend schnell wieder aufgehoben.  © Holm Helis

Nachdem sich eine Betreuerin mit Corona infiziert hatte, sollten sich Kollegen und Kinder in Quarantäne begeben. Diese wurde jedoch nach nur zwei Tagen wieder aufgehoben. Für manche Betroffene ist das schwer nachvollziehbar.

Nachdem die Betreuerin positiv getestet wurde, ermittelte die Kita-Leitung enge Kontaktpersonen. Laut Mitteilung an die Eltern waren das "alle Kinder, die vom 28. bis 29. Oktober im Hort waren".

Insgesamt werden 272 Kinder betreut, in den Herbstferien besuchten den Hort weniger.

"Den betreffenden Eltern wird angeraten, sich ab sofort mit ihrem Kind in eine freiwillige häusliche Quarantäne zu begeben", teilte die Hortleiterin am Wochenende mit. Auch Erzieher waren betroffen, was zu einer Einschränkung der Hortbetreuung führte.

Nach nur zwei Quarantäne-Tagen plötzlich die Kehrtwende. Die Absonderung wurde aufgehoben. Begründung: "Die Mund-Nasen-Bedeckung wurde an diesen Tagen von allen anwesenden Kindern und Betreuungspersonen durchgängig getragen", teilte die Hortleiterin mit.

Wird mit der Gesundheit gespielt?

Die zunächst isolierten Kinder und Betreuer wurden vor ihrer Rückkehr nicht getestet (Symbolbild).
Die zunächst isolierten Kinder und Betreuer wurden vor ihrer Rückkehr nicht getestet (Symbolbild).  © Thomas Türpe

Die vorsorgliche Quarantäne sei vom Gesundheitsamt als notwendig und korrekt eingestuft worden und "durfte auch erst durch die offizielle Rückmeldung des Amtes beendet werden". Alle Kinder und Betreuer durften schon tags darauf wieder Schule und Hort besuchen, wurden nicht getestet.

Das sorgt für Unverständnis. "Wir wissen nicht, ob wir infiziert wurden. Durch die vorzeitige Beendigung der Quarantäne werden wir und andere einer Gefahr ausgesetzt, mit unserer Gesundheit gespielt", sagt ein Betroffener. Das Gesundheitsamt begründet seine Entscheidung auf Nachfrage damit, dass Kinder und Beschäftigte Maske trugen.

Laut Robert Koch-Institut könne eine durchgehend und korrekt getragene Maske dazu führen, dass Kontaktpersonen von Kategorie 1 (höheres Infektionsrisiko) in Kategorie 2 (geringeres Infektionsrisiko) abgestuft werden, welche auch nicht in Quarantäne müssten.

Nach TAG24-Informationen wurden die Masken im Hort aber nicht durchgehend getragen. Das Gesundheitsamt könne das weder bestätigen noch dementieren, so ein Rathaus-Sprecher. Der Hort-Betrieb läuft nun wieder regulär. Die Verunsicherung bleibt.

Titelfoto: Holm Helis/Norbert Neumann

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