Polizei bittet Dynamo-Fans vor Spiel gegen Türkgücü: Bitte kommt nicht zum Stadion!

Dresden - Die Dresdner Polizei bereitet sich wegen möglicher Menschenansammlungen am Wochenende auf Großeinsätze vor.

Die Polizei bereitet sich auch auf solche Szenen vor: Im Juni 2020 feierten Tausende Dresdner den Abstieg Dynamos wie einen Aufstieg.
Die Polizei bereitet sich auch auf solche Szenen vor: Im Juni 2020 feierten Tausende Dresdner den Abstieg Dynamos wie einen Aufstieg.  © DPA/Robert Michael

Dabei werde man von Kollegen der Bereitschaftspolizei, der Polizei aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie der Bundespolizei unterstützt, teilte die Polizeidirektion Dresden am Freitag mit. Es sei mit erheblichen Verkehrseinschränkungen im Zentrum zu rechnen.

Da Dynamo Dresden bei einem Sieg gegen Türkgücü München am Sonntag den Aufstieg in die 2. Liga geschafft hätte, rechnet die Polizei mit einer Ansammlung von Fans vor dem Stadion. Eine ähnliche Szene hatte sich beim Abstieg Dynamos im Sommer 2020 vor dem Stadion abgespielt. Rund 2000 Anhänger kamen und hielten sich kaum an die Corona-Auflagen.

"Dresden ist im positiven Sinne fußballverrückt. Aber auch als Fan kann man verantwortungsvoll und solidarisch sein. Und genau das ist das Gebot der Stunde", erklärte Polizeipräsident Jörg Kubiessa (56). Die Polizei werde am Sonntag rund um das Stadion stark präsent sein. Die Einsatzstrategie sei "grundsätzlich kommunikativ und auf Deeskalation ausgerichtet". Man werde geltende Corona-Regeln aber durchsetzen.

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"Ich drücke wie viele Fans Dynamo die Daumen, dass die Mannschaft am Sonntag den Aufstieg perfekt macht. Wie schon oft in dieser Saison, muss sie leider auch an diesem Sonntag auf ihren zwölften Mann verzichten – im und am Stadion. Von daher appelliere ich an alle Fans: Kommt nicht zum Stadion", betonte Kubiessa.

Man dürfe die in Aussicht stehenden Lockerungen nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.

Am Abend rief auch der Verein selbst dazu auf, sich friedlich und kooperativ zu verhalten. Aufgrund der aktuellen Situation könne es im Siegesfall keine Aufstiegsfeier geben. Es gäbe zudem keine Möglichkeit, das Spiel im oder nahe dem Stadion zu verfolgen.

Es gebe keine Möglichkeit, nach dem Match mit den Spielern in Kontakt zu treten, da sich diese sofort auf die nächste Partie vorbereiten würden.

Auch Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (49, FDP) äußerte sich: "Der Wiederaufstieg wäre ein fantastischer Erfolg für alle Fans und die ganze Stadt. Deshalb drücke ich der Mannschaft und dem Verein die Daumen."

Er appelliere daran, sich das Spiel zu Hause anzuschauen und nicht zum Stadion zu gehen. Zwar würden die Corona-Zahlen zurückgehen, aber diesen Erfolg dürfe man "auch nicht für den Fußball" aufs Spiel setzen, wie er mitteilte. Der beste Weg sei es, sich an die Regeln zu halten.

Hilbert abschließend: "Nicht zuletzt, damit wir bald wieder Biergärten besuchen und vielleicht in der kommenden Saison endlich wieder Fans im Stadion sehen."

Querdenker am Samstag im Fokus der Beamten

Tausende Teilnehmer einer Querdenken-Demonstration auf dem Theaterplatz.
Tausende Teilnehmer einer Querdenken-Demonstration auf dem Theaterplatz.  © dpa/Sebastian Kahnert

Die Polizei regte zuvor eine Verlegung des letzten Heimspiels von Fußball-Drittligist SG Dynamo Dresden am Samstag an. Der Deutsche Fußball-Bund kam dem nach und verlegte das Spiel auf Sonntag. Grund dafür waren angekündigte Demonstrationen der Initiative "Querdenken 351".

Für Samstag waren mehrere Kundgebungen gegen Corona-Maßnahmen angemeldet worden. Die Stadt hatte die Versammlungen untersagt, das Verwaltungsgericht Dresden bestätigte das.

Am Freitag reichte der Anmelder nach eigenen Angaben am Oberverwaltungsgericht Bautzen einen Eilantrag dagegen ein. Mit einer Entscheidung wird am Freitagabend gerechnet.

Wasserwerfer und ein Räumfahrzeug der Polizei am Rande einer großen Demo in Dresden.
Wasserwerfer und ein Räumfahrzeug der Polizei am Rande einer großen Demo in Dresden.  © dpa/Sebastian Willnow

Unabhängig vom Ausgang der juristischen Auseinandersetzung will die Polizei wie schon bei früheren Gelegenheiten in der Stadt präsent sein.

Titelfoto: Montage: dpa/Sebastian Kahnert, dpa/Robert Michael, dpa/Sebastian Willnow

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