Rad- oder Autofahrer: Wer kommt schneller durch die City?

Dresden - Wie kommt man in Dresden am schnellsten von A nach B? Viele würden da sicher aufs Auto setzen. Ein großer Test des ADFC zeigt aber, dass man mit dem Rad vor allem auf kurzen Strecken und im Berufsverkehr mindestens gleich schnell ist und oft sogar schneller.

Auto oder Fahrrad? Bei den Fahrzeiten gibt es da kaum Unterschiede.
Auto oder Fahrrad? Bei den Fahrzeiten gibt es da kaum Unterschiede.  © Eric Münch

Um zu zeigen, wie lange man tatsächlich von einem bestimmten Ort zum anderen braucht, hat der Fahrradverein einen Stadtplan mit den Fahrzeiten zwischen rund 40 wichtigen und bekannten Punkten in ganz Dresden erstellt.

Zwischen den vernetzten Punkten sind die jeweiligen Zeiten angegeben, die beim Abfahren per Rad benötigt werden.

"Wir haben ein Jahr daran gearbeitet und sind alle Strecken abgefahren", so Sachsens ADFC-Chef Konrad Krause (38).

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Die vier Testfahrer haben dabei laut ADFC penibel auf eine mäßige Geschwindigkeit geachtet, um für einen breiten Bevölkerungsdurchschnitt realistische Fahrtzeiten zu ermitteln.

Für die Fahrt mit dem Rad vom Postplatz zum Bahnhof Neustadt zeigt die Fahrzeiten-Karte eine Wegezeit von 9 Minuten.

Zum Vergleich: Mit dem Auto sind es laut Google Maps bei angenommener freier Straße zur Mittagszeit 7 Minuten.

Vor allem im Berufsverkehr kann man mit dem Rad viel Zeit sparen.
Vor allem im Berufsverkehr kann man mit dem Rad viel Zeit sparen.  © Eric Münch

Vom Albertplatz zum Blauen Wunder mit dem Rad in 15 Minuten

Die Karte mit den Fahrzeiten kann man über den ADFC Dresden beziehen.
Die Karte mit den Fahrzeiten kann man über den ADFC Dresden beziehen.  © ADFC Dresden
ADFC-Chef Konrad Krause (38) hat getestet, wie lange man mit dem Rad durch die Stadt braucht.
ADFC-Chef Konrad Krause (38) hat getestet, wie lange man mit dem Rad durch die Stadt braucht.  © Ove Landgraf

Vom Albertplatz zum Blauen Wunder braucht es mit dem Rad etwa 15 Minuten und damit ebenfalls nur zwei Minuten mehr als mit dem Auto.

Und selbst bei langen Strecken wirkt sich das höhere Tempo, das mit dem Auto bei freier Straße möglich ist, kaum aus.

Vom Hauptbahnhof zum ElbePark benötigt man mit dem Rad nur 5 Minuten mehr als mit dem Auto.

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Aber: In allen drei Beispielen hatten die Autos freie Fahrt, und die Suche nach einem Parkplatz wurde nicht berücksichtigt.

Im Berufsverkehr kann die Fahrtzeit zudem schon ganz anders aussehen. "Da sind die Unterschiede erheblich", sagt Krause - natürlich zugunsten der Radler.

Das zeigt auch eine Expertenschätzung des Umweltbundesamts. Demnach ist man in einem Radius von 5 bis 10 Kilometern mit dem Rad schneller als mit anderen Verkehrsmitteln.

Die Radnetzkarte mit den ermittelten Fahrtzeiten für Radler gibt es beim ADFC (Bautzener Straße 25) in zwei Größen: 50 mal 35 Zentimeter für zwei Euro, 100 mal 70 Zentimeter für vier Euro.

Titelfoto: Eric Münch

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