Rennen um Bildungsbürgermeister-Posten: Nikolov (CDU) tritt gegen ihren Fraktionschef an

Dresden - Der Machtkampf in der CDU-Fraktion spitzt sich zu. Eigentlich hatte sich die Fraktion mehrheitlich dafür entschieden, ihren Chef Jan Donhauser (50) ins Rennen um den Bildungsbürgermeister-Posten zu schicken. Doch jetzt tritt seine interne Rivalin Petra Nikolov (54, CDU) auf Vorschlag der FDP-Fraktion doch im Stadtrat an. Die Wahl wird spannend.

Gibt im Kampf um den Bürgermeister-Posten nicht auf: Stadträtin Petra Nikolov (54, CDU).
Gibt im Kampf um den Bürgermeister-Posten nicht auf: Stadträtin Petra Nikolov (54, CDU).  © Eric Münch

Rückblick: Eigentlich hatten sich Grüne, CDU, Linke und SPD darauf geeinigt, die Bürgermeisterposten untereinander aufzuteilen. 

Soll heißen: Wer vorschlagen darf, wird von den anderen mitgewählt. Den Bildungsbürgermeister darf die CDU bestimmen, fraktionsintern setzte sich Donhauser gegen Nikolov durch.

Damit hätte eigentlich alles geklärt sein müssen. Doch nun tritt die Bildungsexpertin Nikolov (Ex-Schulleiterin, Referentin für alle Dresdner Schulen im Landesamt) auf Vorschlag der FDP bei der geheimen Wahl gegen ihren Fraktionschef an. 

"Wir wollen keinen Postengeschacher, es geht um Bestenauslese, nicht ums Parteibuch", so FDP-Chef Holger Zastrow (51).

Zünglein an der Waage könnte die AfD werden

Hat die Abstimmung in seiner Fraktion um den Posten gewonnen: Jan Donhauser (50, CDU).
Hat die Abstimmung in seiner Fraktion um den Posten gewonnen: Jan Donhauser (50, CDU).  © Eric Münch

Petra Nikolov, die weiter als CDU-Rätin antritt: "Die CDU steht für Leistung und Gerechtigkeit. Genau das war in unserer Fraktion nicht der Fall. Es es ging nicht um Fähigkeiten, sondern darum, den Fraktionsvorsitzenden durchzudrücken."

Ihre Wahl ist dabei nicht aussichtslos. Nikolov hat hinter den Kulissen mächtig getrommelt, auf ihre fachliche Eignung gesetzt und versucht, vor allem Frauen in anderen Fraktionen zu überzeugen. 

Dass soll teilweise gelungen sein. Zünglein an der Waage könnte die AfD werden. "Wir stehen im ersten Wahlgang hinter unserem Kandidaten Professor Boris Hollas", so AfD-Stadtrat Heiko Müller (55).

Hinter den Rathaus-Kulissen wird noch immer um den neuen Bildungsbürgermeister gerungen.
Hinter den Rathaus-Kulissen wird noch immer um den neuen Bildungsbürgermeister gerungen.  © Holm Helis

Was danach passiert, ließ er offen. Zwölf Räte müssten entgegen ihrer Fraktionslinie stimmen, dann wäre Jan Donhauser nicht im ersten Wahlgang gewählt. Donhauser selbst äußerte sich nicht.

Titelfoto: Eric Münch/Holm Helis/

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