Schneller Grün: Dresden testet neue Ampel-Modelle

Dresden - Es gibt kaum etwas Nervigeres als das Warten an einer roten Ampel. Damit zumindest für die Fußgänger schneller Grün wird, gibt es die bekannten gelben Taster. Von denen testet die Stadt derzeit zwei neue Modelle, die nicht mehr angefasst werden müssen - was nicht nur in der Pandemie sicher viele Dresdner gut finden. Stattdessen funktionieren sie mit Radar- bzw. Wärmebildtechnik.

Den Ampeltaster an der Flügelwegbrücke muss Anja Merkel (40) nicht drücken, damit Grün wird.
Den Ampeltaster an der Flügelwegbrücke muss Anja Merkel (40) nicht drücken, damit Grün wird.  © Norbert Neumann

Die Variante mit einem sogenannten Nahfeld-Radartaster ist seit Mitte März an der Haltestelle Bünaustraße in der Kesselsdorfer Straße in Betrieb.

Das Gerät erkennt Fußgänger und Radfahrer im Abstand von bis zu einem Meter, so das Rathaus. Die Fußgänger und Radler wiederum erkennen die neue Technik dagegen nicht als solche, wie ein Vor-Ort-Besuch zeigt. Fast alle Passanten drücken ohne darauf zu achten auf den Taster.

"Das ist nicht zu erkennen. Da muss man ganz genau hinschauen", sagt eine Mutter mit Kind. Und das macht niemand, obwohl der Schalter dank mehrerer LEDs leuchtet.

An der Kreuzung Hamburger Straße/Flügelweg kommt derzeit eine Alternative zum Einsatz. Dort erkennt eine "ThermiCam" Fußgänger und Radfahrer per Wärmebildmessung.

Die Technik kann sogar zwischen verschiedenen Lauf- bzw. Fahrtrichtungen unterscheiden und erlaubt, Grün für Nachzügler zu verlängern und große Fußgängergruppen den Vorzug zu geben.

Seit Mitte März wird die neue Technik an der Kesselsdorfer Straße getestet.
Seit Mitte März wird die neue Technik an der Kesselsdorfer Straße getestet.  © Norbert Neumann
An der Kreuzung Hamburger Straße/Flügelweg erkennt eine Wärmebildkamera, dass Fußgänger und Radfahrer an der Ampel warten.
An der Kreuzung Hamburger Straße/Flügelweg erkennt eine Wärmebildkamera, dass Fußgänger und Radfahrer an der Ampel warten.  © Norbert Neumann
Bauamtsleiterin Simone Prüfer (55).
Bauamtsleiterin Simone Prüfer (55).  © Stadt Gera

Neue Ampeln kosten viel Geld

Auch ohne Berührung erkennt der Taster, dass Passanten an der Ampel stehen.
Auch ohne Berührung erkennt der Taster, dass Passanten an der Ampel stehen.  © Norbert Neumann

Das hat allerdings seinen Preis.

Während eine Wärmebildkamera rund 1800 Euro kostet, gibt es einen Radartaster bereits für etwa 800 Euro.

"Beide Varianten bieten viel Potenzial", sagt Bauamtsleiterin Simone Prüfer (55). "Nach Beendigung der Pilotprojekte werten wir aus, wie stabil die Erkennung der Fußgänger und Radfahrer ist und wie die Akzeptanz bei den Bürgern ausfällt."

Die Testphase dauert bis Dezember.

Titelfoto: Norbert Neumann

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