Schutzverband prüft Dresdner Stollen auf Herz und Rosinen

Dresden - Nicht jeder Stollen darf sich mit dem Siegel des Schutzverbandes der Dresdner Stollen schmücken. Aber die, die es dürfen, werden jedes Jahr auf Herz und Rosinen geprüft.

Diese Zeiten sind vorbei: Noch 2019 testete der Verband samt Stollenmädchen die Stollen im normalen Prozedere mit einem händisch auszufüllenden Protokoll.
Diese Zeiten sind vorbei: Noch 2019 testete der Verband samt Stollenmädchen die Stollen im normalen Prozedere mit einem händisch auszufüllenden Protokoll.  © Norbert Neumann

Ab sofort werden die Regeln sogar noch strenger, denn eine extra für den Verband entwickelte Software macht die Bewertung der Fachjury für die eingereichten Naschwerke noch genauer.

Seit Mitte Oktober schon finden die Prüfungen statt, 20 Termine werden es am Ende sein, an denen die Gebäcke der 110 Mitgliedsbetriebe geprüft werden. 

"Wir Stollenbäcker sehen es als unsere Pflicht, die hohen Erwartungen des Kunden an die Qualität eines Stollens zu erfüllen", erklärt Bäckermeister Ralf Ullrich (41), Vorstandsmitglied und im Verband zuständig für die Stollenprüfungen. Hier werden die goldenen Siegel vergeben, die einen echten Dresdner Christstollen auszeichnen.

Um das Prozedere der Prüfung zu professionalisieren, läuft ab jetzt alles digital. 

Bisher bewertete die Fachjury in vier Kategorien händisch durch und füllte fleißig Protokolle aus. Am Ende mussten alle Punkte zusammengezählt werden. Das übernimmt nun alles der Computer. So sollen auch Fehlerquellen reduziert werden.

Johanna Meitzner (21) ist das diesjährige Stollenmädchen. Auch sie darf den Stollen verkosten.
Johanna Meitzner (21) ist das diesjährige Stollenmädchen. Auch sie darf den Stollen verkosten.  © Holm Helis
Stollenprüfer Ralf Ullrich (41) testet die Naschwerke mittels der neuen Software.
Stollenprüfer Ralf Ullrich (41) testet die Naschwerke mittels der neuen Software.  © Norbert Neumann

"Ein Stollen kann auf maximal 20 Punkte kommen. 16 Punkte sind notwendig, um zu bestehen", so Ullrich. "Letztendlich stellten wir fest, dass unsere Stollenprüfung, unsere Kriterien so individuell sind, dass keine der bereits vorhandenen Programme für uns gut passte", erklärt der Bäcker. 

Deshalb musste die Software selbst erstellt werden. Das übernahm ein Bäcker aus den eigenen Reihen des Verbandes.

Titelfoto: Norbert Neumann

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