Seit zwei Jahren droht der Abriss: Wie lange steht der Funkturm noch an der A4?

Wilsdruff - Mit seinen 153 Metern Höhe ist der Funkmast Wilsdruff weit im Dresdner Umland zu sehen, gilt beinahe als Wahrzeichen. Man muss sagen: Noch immer, denn seit zwei Jahren liegt die Abrissgenehmigung vor. Gibt es doch noch Hoffnung für den Riesen?

Ist der markante Riese noch zu retten? Sabine Neumann (40) vom Förderverein Funkturm Wilsdruff setzt alle Hebel in Bewegung.
Ist der markante Riese noch zu retten? Sabine Neumann (40) vom Förderverein Funkturm Wilsdruff setzt alle Hebel in Bewegung.  © Eric Münch

"Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben", sagt Sabine Neumann (40) vom Förderverein Funkturm.

Seit zwei Jahren kämpft die Vereinsvorsitzende mit ihren Mitstreitern um die Rettung. "Er ist eine echte Sehenswürdigkeit - und ein technisches Denkmal. Das wollen wir unbedingt erhalten."

Eigentlich plante der Eigentümer - die Kölner Firma Media Broadcast (MBC) - die Antenne des einstigen Mittelwelle-Senders (1954-2013) bereits Ende 2019 in die Luft zu jagen. Doch das Sprengkommando blieb aus.

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Bis heute ragt der rot-weiße "Bleistift" an der A4 unberührt in den Himmel. Ein Teil-Erfolg? "Dass der Funkmast noch steht, schreiben wir uns schon ein bisschen auf die Fahne", so die Vereins-Chefin weiter.

"Wir haben Gespräche mit Politikern geführt, die Öffentlichkeit ins Boot geholt und damit einen gewissen Druck auf den Eigentümer ausgeübt. Aber natürlich wird auch Corona einen Teil dazu beigetragen haben."

Trotzdem: Der geplante Abriss ist noch lange nicht vom Tisch.

An Sprengung wird festgehalten - einen genauen Termin gibt es aber nicht

Seit Jahren prägt der Funkturm das Landschaftsbild.
Seit Jahren prägt der Funkturm das Landschaftsbild.  © Eric Münch

"Die Gründe für die lange Planungsdauer sind vielschichtig, zu Details machen wir keine Angaben", so ein Sprecher von MBC. "Media Broadcast hält weiter an den Plänen zum Rückbau der Antenne fest."

Ein genauer Termin für die Sprengung stünde allerdings noch nicht fest.

Deshalb will der Förderverein weiterhin für die Rettung des Sender-Giganten kämpfen. "Derzeit sind uns allerdings die Hände gebunden", bedauert Sabine Neumann.

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"Eine Großveranstaltung, die im letzten Jahr auf dem Marktplatz in Wilsdruff stattfinden sollte, musste pandemiebedingt abgesagt werden. Ob wir sie nachholen können, steht noch in den Sternen."

Sollte Wilsdruffs Wahrzeichen jedoch wirklich dem Erdboden gleichgemacht werden, gibt es einen Plan B: Der sieht vor, wenigstens die Technik zu erhalten, um an den Funk-Riesen zu erinnern.

Titelfoto: Eric Münch

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