Sensationelle Erfindung! Mit Dresdner Kaffeesatz für schöne Haut

Dresden - Die Wiedergeburt von Kaffee und Orangen: Das Dresdner Start-up NICAMA kämpft mit neuen Mitteln für eine plastikfreie Welt.

Gründer Zeno Kakuschke (30) und Gründerin Luca Hillesheim (26) präsentieren stolz ihre Naturprodukte.
Gründer Zeno Kakuschke (30) und Gründerin Luca Hillesheim (26) präsentieren stolz ihre Naturprodukte.  © Petra Hornig

Kennengelernt bei der ehrenamtlichen Arbeit in einem gemeinnützigen Verein und dann am Küchentisch der gemeinsamen WG in der Dresdner Neustadt das Unternehmen gegründet - soweit der Anfang der Tüftler.

Die vier Freunde, Luca (26) und Jannis Hillesheim (28), Zeno Kakuschke (30) und Leander Hoyer (29), leben zwar nicht mehr in dieser Konstellation in der "NICAMA-WG", setzen sich aber gemeinsam für Nachhaltigkeit ein.

Angefangen hat es 2018 als „Do it Yourself“-Projekt mit Bienenwachstüchern als Alternative für Frischhaltefolie. Noch während des Studiums an der TU Dresden gründeten die vier eine GbR und verkauften über den eigenen Onlineshop (www.nicama.de) ihre Tücher.

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Parallel dazu entwickelten sie ein festes Shampoo für unterschiedliche Bedürfnisse: beruhigendes Lavendelöl, Rosmarinöl gegen schnell fettendes Haar, belebendes Lemongras sowie das duft- und allergenfreie Shampoo für empfindliche Haut.

Seit Kurzem geht das Team aber noch einen Schritt weiter. Aus weggeworfenen Orangenschalen und Kaffeesatz stellen sie Peelingseifen her.

Die Orangenreste entstammen der Firma "Fet a Sóller SL" aus Mallorca, deren Gründer der Onkel des Hillesheim-Duos ist. Die Firma stellt unter anderem Orangeneis her, wobei die naturbelassenen Orangenschalen anfallen.

Hier wird noch selbst angepackt: Die Gründer verpacken die fertige Ware.
Hier wird noch selbst angepackt: Die Gründer verpacken die fertige Ware.  © Petra Hornig
Aus altem Kaffeesatz wird frische Seife.
Aus altem Kaffeesatz wird frische Seife.  © imago images/Shotshop

Das Dresdner Unternehmen NICAMA kämpft für eine plastikfreie Welt

NICAMA produziert Seifen und feste Shampoos im Sinne der Umwelt.
NICAMA produziert Seifen und feste Shampoos im Sinne der Umwelt.  © Petra Hornig

Der Kaffeesatz wiederum wird lokal bei Dresdner Cafés eingesammelt. "Wir beziehen ihn tagesaktuell. Das 'KAWA' im Hechtviertel und 'Hellers Kuchenglocke' in der Neustadt stellen ihn uns", so Jannis Hillesheim.

Aus den täglichen Touren erhält man je nach Café zwischen drei und sieben Kilogramm Kaffeesatz. Passend dazu ist das alles ja auch erst möglich, weil die Dresdnerin Melitta Bentz 1908 den vorgefertigten Einweg-Kaffeefilter entwickelte.

Produziert wird in einer ehemaligen Neustädter Bäckerei, die zur Kosmetikmanufaktur umgebaut wurde. "Den Erzeugnissen wird für die Haltbarkeit in einem Dörrer die Restfeuchte entzogen und die Orangenschale wird nach dem Trocknungsprozess fein gemahlen. Beide Reststoffe geben wir dann während der Seifenherstellung final dazu", verrät der Gründer.

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Und die neue Seife kann einiges: Die Orangenschale wirkt entzündungshemmend und das Koffein aus dem Kaffeesatz fördert die Durchblutung.

Aber auch der Umwelt wird etwas Gutes getan. "Alle Produkte sind konsequent plastikfrei. Ein verkauftes Produkt entspricht 100 Gramm Plastik, welches in Südindien in Küstenregionen eingesammelt wird", so Jannis Hillesheim.

Titelfoto: Petra Hornig

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