Beschlossen! Dresden bekommt ein Jüdisches Museum

Dresden - Der Beschluss im Stadtrat fiel einstimmig: Dresden wird ein Jüdisches Museum bekommen. Auch wenn derzeit noch viele Fragen hinsichtlich des Standorts und der Finanzierung offen sind, hat der Rat damit ein wichtiges Zeichen gesetzt.

Grünen-Stadträtin Agnes Scharnetzky (33) hat den Antrag der fünf Fraktionen eingebracht.
Grünen-Stadträtin Agnes Scharnetzky (33) hat den Antrag der fünf Fraktionen eingebracht.  © Steffen Füssel

"Das Museum soll einen Beitrag leisten zur Normalisierung des jüdischen Lebens", sagte Tilo Wirtz (53, Linke).

Solang jüdische Friedhöfe geschändet würden, Einrichtungen von Polizisten bewacht werden müssten und diese schusssichere Türen brauchten, habe man Normalität noch nicht erreicht. Dabei lebten vermutlich schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts Juden in Dresden.

Das Museum soll nicht nur die Stadt in den Blick nehmen, sondern die Geschichte aller jüdischen Menschen im historischen Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sowie in Böhmen und Schlesien erzählen. "Dresden ist dafür ein guter Standort", sagt Agnes Scharnetzky (33, Grüne), die den gemeinsamen Antrag von Grünen, SPD, Linken, CDU und FDP eingebracht hat.

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Im Osten gebe es nur eine Ausstellung in Halberstadt. Ansonsten klaffe zwischen Berlin, Breslau und Prag eine Lücke in der Museumslandschaft.

Wo kommt das Jüdische Museum hin?

Erinnerungsort und möglicher Museumsstandort: der Alte Leipziger Bahnhof.
Erinnerungsort und möglicher Museumsstandort: der Alte Leipziger Bahnhof.  © Norbert Neumann

Als möglicher Standort war in der Vergangenheit der Alte Leipziger Bahnhof im Gespräch, von dem Deportationstransporte unter anderem nach Auschwitz gefahren sind.

Ob es dort oder anderswo entstehen wird, ist derzeit aber noch völlig offen. Unabhängig davon soll dort ein Erinnerungsort geschaffen werden.

Der OB soll nun zeitnah mit dem Freistaat, dem Bund und dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Sachsen Gespräche führen und Standorte prüfen.

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"Es liegt noch ein langer Weg vor uns", fasste FDP-Stadtrat Holger Hase (44) zusammen.

Titelfoto: Norbert Neumann/Steffen Füssel

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