Streit im Dresdner Stadtrat: Bekommt der Altmarkt nun ein neues Pflaster?

Dresden - Millionengrab Altmarkt! Wenige Jahre nach der letzten Sanierung (Kosten damals: 25 Millionen Euro) muss das Rathaus erneut ein Vermögen in den Platz investieren.

Das bisherige Pflaster auf dem Altmarkt soll durch eine geschnittene Variante ersetzt werden, die besser begehbar ist.
Das bisherige Pflaster auf dem Altmarkt soll durch eine geschnittene Variante ersetzt werden, die besser begehbar ist.  © Petra Hornig

Denn das elektrische Leitungsnetz für Veranstaltungen ist durch eindringendes Wasser so beschädigt, dass es wegen der Gefahr von Kurzschlüssen abgeschaltet werden musste.

Die Folge: Bei Veranstaltungen müssen überirdisch Stromkabel verlegt werden. Stolperfallen sind vorprogrammiert. Eine Reparatur ist deshalb dringend notwendig.

Der Stadtrat will die Gelegenheit nutzen, um den Altmarkt barrierefrei umzugestalten. Im Dezember vorigen Jahres hatte das Gremium deshalb beschlossen, auf dem gesamten Platz besser begehbares geschnittenes Pflaster zu verlegen.

Das passt OB Dirk Hilbert (48, FDP) und der Stadtverwaltung aber gar nicht. Das liegt unter anderem an den Mehrkosten von rund sechs Millionen Euro und dem Zeitverzug, weil neu ausgeschrieben werden muss.

Deshalb sollte der Stadtrat am Freitag einer Vorlage zustimmen, die nur auf bestimmten Wegen das geschnittene Pflaster vorsah.

Amtsleiter Robert Franke (43) zeigte kürzlich ein verschmortes Bauteil der unterirdischen Stromleitungen.
Amtsleiter Robert Franke (43) zeigte kürzlich ein verschmortes Bauteil der unterirdischen Stromleitungen.  © Petra Hornig

Pflaster auf Dresdens Altmarkt sorgt für Streit in den Parteien

Das macht das Gremium aber nicht mit: "Hier sollen durch die Hintertür beschlossene Dinge wieder rückgängig gemacht werden", ärgerte sich Linken-Chef André Schollbach (42). Mit den Stimmen von Grünen, SPD, Linken und CDU wurde deshalb erneut für die ursprüngliche Variante votiert. Außerdem sollen die Brunnen saniert werden. "Wenn die Brunnen schon hässlich sind, sollen sie wenigstens funktionieren", so Holger Zastrow (51, FDP).

Ob der Beschluss nun umgesetzt wird, ist allerdings fraglich. Der OB hat bereits angekündigt, zu prüfen, ob es für die Kosten eine Deckung im Haushalt gebe. Sollte das nicht der Fall sein, werde er widersprechen.

Titelfoto: Petra Hornig

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