Täter behauptet vorm Bautzener Gericht: Opfer wollte verprügelt werden

Bautzen - Detlev J. (68) kämpft am Amtsgericht Bautzen gegen eine Anklage: "Das Opfer bin ich", behauptet er. Zwar gab der Baumaschinist zu, auf einem Parkplatz jemanden verhauen zu haben. "Aber nur, weil er mich darum bat", so der Angeklagte, der dennoch verurteilt wurde.

Baumaschinist Detlev J. (68) kämpft vor Gericht gegen eine Prügel-Anklage, behauptet, selbst das Opfer zu sein.
Baumaschinist Detlev J. (68) kämpft vor Gericht gegen eine Prügel-Anklage, behauptet, selbst das Opfer zu sein.  © Peter Schulze

Laut Anklage schlug Detlev J. im Sommer 2019 auf dem Vorplatz eines Baumarktes zu. Opfer Holger N. (60), der schwer stürzte, hat deshalb bis heute Probleme in der Schulter. 

"Ich fuhr vor und sah, wie mich ein Mann aus einem Wagen heraus filmte. Das kam mir merkwürdig vor, deshalb habe ich mir das Kennzeichen notieren wollen. In dem Moment trat der Mann gegen die Tür und brüllte", so Holger N., der seinerseits ausstieg und in einen Zweikampf verwickelt wurde, bis Zeugen dazwischen gingen.

Für Detlev J. war Holger N. Teil einer Verschwörung. "Seit Jahren werde ich überwacht. Mittags ist nie was los am Baumarkt. Aber ausgerechnet, wenn ich da hinfahre, sind die alle schon da, um mich auszuspionieren.

Da habe ich eben so getan, als wollte ich sie alle filmen", so der Angeklagte, der behauptete: "Und als ich zu dem Mann ging, sagte er 'Schlag mich doch!'. Den Gefallen hab ich ihm getan ..."

Richter spricht in Bautzen sein Urteil für Detlev J.

Richter Ralph Nimphius (53) erklärte ihm: "In ihrer Wahrnehmung fühlen Sie sich beobachtet. Aber Sie wissen auch sehr genau, was Sie dürfen und was nicht. Sie können sich durchaus kontrollieren. Und Sie hätten nicht schlagen dürfen."

Urteil: 1600 Euro Strafe. Detlev J. nannte das eine "Farce" und will gegen den Richterspruch vorgehen. 

Titelfoto: Peter Schulze

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