Regelwirrwarr und Testpflicht: So läuft Shopping unter Corona-Bedingungen!

Dresden - Achtung! Wenn Ihr in Geschäften noch mal Klamotten, Schuhe oder Schmuck kaufen wollt, solltet Ihr euch beeilen.

Maria Sandig (32) konnte noch spontan vor Ort einen Termin für Primark buchen.
Maria Sandig (32) konnte noch spontan vor Ort einen Termin für Primark buchen.  © Thomas Türpe

Das erst vergangene Woche erlaubte "Click & Meet"-Shopping steht schon wieder auf der Kippe.

Der Bund plant schärfere Lockdown-Regeln und im Freistaat nähert sich die Klinik-Bettenauslastung der Kapazitätsgrenze.

Wie das Shopping läuft und was es zu beachten gibt - ein Report aus der Innenstadt.

"Hallo! Haben Sie einen Termin gebucht?" - so begrüßen zahlreiche Händler entlang der Prager Straße ihre Kunden. Maria Sandig (32) hat keinen, steht vorm Primark in der Centrum-Galerie.

Sie bucht spontan mit ihrem Smartphone ihren Termin im Internet, erhält dann Einlass. Schon zuvor hatte sie Glück:

"Für Vodafone hatte ich einen Termin, aber keinen Coronatest gemacht. Da haben sie mich in die Apotheke nebenan geschickt, wo ich den schnell machen konnte", sagt die Dresdnerin.

Zwar erhalten Kunden für die meisten Läden auch kurzfristig vor Ort einen Termin. Dennoch herrscht fast überall gähnende Leere.

Shopping nur mit Termin und negativem Corona-Test! Luna (26) und Sarra Limoudda (27, r.) haben vorab im Internet gebucht.
Shopping nur mit Termin und negativem Corona-Test! Luna (26) und Sarra Limoudda (27, r.) haben vorab im Internet gebucht.  © Thomas Türpe

Regelwirrwarr in Dresdens Geschäften

TAG24-Reporter Hermann Tydecks (38) im Gespräch mit Seniorin Inge Minkewitz (81) an der Prager Straße.
TAG24-Reporter Hermann Tydecks (38) im Gespräch mit Seniorin Inge Minkewitz (81) an der Prager Straße.  © Thomas Türpe

"Einkaufen in Zeitfenstern löst kein Freizeit-Gefühl aus, sondern wird zum Stressfaktor", sagt Kundin Bianca Werner (28). Sarra Limoudda (27) hat sich generalstabsmäßig vorbereitet, Termine vorab im Testzentrum und mehreren Geschäften gebucht, versucht alle zu schaffen.

"Es fühlt sich an wie beim Marathon", sagt sie. Seniorin Inge Minkewitz (81) geht anders als früher nur noch dahin, wo es ohne Termin und Test geht.

Erschwerend das Regelwirrwar: Sportausstatter JD (maximal 15 Minuten Einkaufszeit) akzeptiert keine Selbstauskunft, sondern nur bescheinigte Negativtests.

"Das gehört zur Firmenpolitik, dient auch der Sicherheit", sagt Supervisor Jason Sienkiewicz (21). Ins Sportgeschäft gegenüber kommen Kunden sogar nur mit Bescheinigung, die auch am Shoppingtag ausgestellt wurde.

Center-Manager Jürgen Wolf (59): "Die Händler versuchen sich bestmöglich an die nicht immer leicht verständlichen Regeln zu halten, die der Freistaat erlässt."

Jürgen Wolf (59) ist der Manager der Centrum-Galerie.
Jürgen Wolf (59) ist der Manager der Centrum-Galerie.  © Holm Helis

Angst vor dem nächsten Lockdown ist groß

JD-Supervisor Jason Sienkiewicz (21) kontrolliert die Dokumente.
JD-Supervisor Jason Sienkiewicz (21) kontrolliert die Dokumente.  © Thomas Türpe

Friseur-Filialleiterin Anja Böhme (39): "Wir sind froh, dass wir öffnen dürfen. Doch nach Einführung der Testpflicht kommen noch weniger Kunden. Profitabel kann so niemand arbeiten."

Chefin Kirstin Weise (39) öffnet ihr Sonnenklar-TV-Reisebüro trotzdem: "Wir wollen Kunden und Mitarbeitern Mut machen, signalisieren, dass so schnell das Licht nicht ausgeht."

Laut IHK-Sprecher Lars Fiehler (50) wünschen sich Händler "unbürokratische Öffnungsmöglichkeiten".

Doch das liegt in weiter Ferne, weiß Dresdens City-Managerin Friederike Wachtel (31): "Die Händler zittern jetzt vorm nächsten Lockdown."

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe

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