Todesurteil für Wildschweine gefällt: Nur ein Fünkchen Hoffnung bleibt noch

Moritzburg - Erschießt das Moritzburger Wildgehege Freitag alle Wildschweine? Weil die Afrikanische Schweinepest (ASP) vor wenigen Tagen auch im Kreis Meißen festgestellt wurde, hat das Veterinäramt quasi den Schießbefehl angeordnet. Doch ein Fünkchen Hoffnung besteht noch...

Kommt keine Ausnahmegenehmigung, muss Wildgehege-Leiter Ronald Ennersch (54) alle Wildschweine erschießen lassen.
Kommt keine Ausnahmegenehmigung, muss Wildgehege-Leiter Ronald Ennersch (54) alle Wildschweine erschießen lassen.  © Tino Plunert

Die Allgemeinverfügung der Landesdirektion sagt es deutlich: In gefährdeten Gebieten müssen Schweine in den Stall. Bei Hausschweinen recht unproblematisch, funktioniert das bei an Freihaltung gewohnten Wildschweinen nicht.

"Es käme zu erhöhtem Stress verbunden mit gegenseitigen Angriffen", sagt Jana Weisbach (45) vom Forstbezirk Dresden.

Das Todesurteil für zehn rund sechs Monate alte Frischlinge, zwei ein Jahr alte Überläufer, einen Keiler und sechs Bachen: "Am Dienstag forderte das Veterinäramt das Wildgehege auf, seinen Wildscheinbestand bis Freitag zu töten", so Weisbach.

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19 Wildschweine zu töten, ist keine Lappalie. "Vor der Aufgabe standen wir noch nie. Jedes Tier muss einzeln entnommen und dann erschossen werden."

Bei der Planung am Mittwoch dafür fielen den Forstarbeitern jede Menge Argumente ein, um die Tiere doch am Leben lassen zu können. "Sie sind ausbruchsicher untergebracht", meint die Waldpädagogin. "Es wird zu keinerlei Kontakt mit wildlebenden Tieren kommen, auch der Anstand zu Besuchern ist ausreichend."

Ob groß, mittel oder klein: Da die 19 Wildschweine nicht im Stall gehalten werden können, droht ihnen die Kugel.
Ob groß, mittel oder klein: Da die 19 Wildschweine nicht im Stall gehalten werden können, droht ihnen die Kugel.  © Tino Plunert
Waldpädagogin Jana Weisbach (45) hofft auf eine Ausnahmegenehmigung.
Waldpädagogin Jana Weisbach (45) hofft auf eine Ausnahmegenehmigung.  © Tino Plunert

Mit diesen und anderen Argumenten hat der Forstbezirk, der das Gehege betreibt, am Mittwoch noch einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung gestellt. Ausgang offen...

Titelfoto: Tino Plunert

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