Traktoren vor ALDI in Wilsdruff: Bauern-Proteste gegen Preispolitik der Lebensmittel-Riesen!

Wilsdruff - Bauern-Protestaktion in Wilsdruff! Zahlreiche Landwirte parkten am frühen Montagmorgen ihre Traktoren vor dem Lager eines Lebensmitteldiscounters. Die Marschroute war klar: Der Preispolitik der Lebensmittelriesen den Kampf anzusagen. 

"Sorry, aber sonst werden wir nicht gehört". Die Protestaktion der Landwirte sprach eine einheitliche Sprache.
"Sorry, aber sonst werden wir nicht gehört". Die Protestaktion der Landwirte sprach eine einheitliche Sprache.  © Roland Halkasch

Ab 2.30 Uhr wurde es laut vor dem Logistikzentrum des Lebensmitteldiscounters ALDI. Und somit auch plötzlich ein wenig still - zumindest auf so manchen Höfen.

Die Preispolitik der Lebensmittelkonzerne ist den Landwirten schon lange mehr als nur ein Dorn im Auge. Und trotz - und vielleicht auch gerade wegen - der Corona-Pandemie ist das Thema bei den Bauern umso aktueller.

Die Forderung: Mehr Unterstützung und fairere Preise. Der Umgang mit der Branche während Corona wird ebenso scharf kritisiert.

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"Mitten in der 2. Coronawelle stehen auch viele Landwirtschaftsbetriebe weiter vor großen Problemen. Waren im April und Mai alle systemrelevanten Berufe hoch angesehen und die Gesellschaft auch wieder positiv auf ihre Landwirte gestimmt, drückten die Lebensmitteleinzelhändler weiterhin die Preise, um ihre eigenen Gewinnspannen noch größer zu gestalten", heißt es dazu in einer Pressemitteilung des "Land schafft Verbindung Sachsen e.V.".

"Fleisch zu Dumpingpreisen, die Eure Landwirte weiter in den Ruin treiben"

Dichtes Gedränge auf der Straße vor dem Logistikzentrum.
Dichtes Gedränge auf der Straße vor dem Logistikzentrum.  © Roland Halkasch

Konkret werden dann auch einige Beispiele genannt. So seien die "regionalen" Kirschen aus dem Ausland bevorzugt, weil diese günstiger sind als die tatsächlich regionalen. 

Weiterhin sei Milch "billiger als Wasser, Fleisch zu Dumpingpreisen, die Eure Ernährer, Eure Landwirte weiter in den Ruin treiben, während diese Einzelhändler als Investoren auf dem Agrarmarkt auftreten und einen Großbetrieb nach dem Nächsten aufkaufen."

Die Protestaktion der Landwirte dauerte insgesamt vier Stunden bis etwa 6.30 Uhr morgens. Dann fuhren die Traktoren wieder von dannen. 

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Laut brummend und mit ein wenig Hoffnung im Gepäck, dass man etwas bewegt haben könnte.

Protestaktion verlief ruhig, Polizei vermeldet keine Zwischenfälle

Zahlreiche Traktoren reihten sich vor dem Logistikzentrum auf.
Zahlreiche Traktoren reihten sich vor dem Logistikzentrum auf.  © Roland Halkasch

Ob die Aktion tatsächlich Früchte getragen hat, wird sich zeigen. Der Protest in Wilsdruff war zudem nur einer von vielen. Über das gesamte Bundesgebiet verteilt fanden ähnliche "Aufmärsche" statt.

Wie die Polizeidirektion Dresden auf TAG24-Anfrage mitteilte, verlief die Demonstration ruhig und ohne erwähnenswerte Zwischenfälle.

Auch der Verkehr hatte mit wenig bis gar keinen Behinderungen infolge des Protestes zu kämpfen.

Titelfoto: Roland Halkasch

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