Zoff im Karl-May-Museum: Belegschaft entsetzt über neuen, alten "Häuptling"

Radebeul - Das Trauerspiel im Karl-May-Museum in Radebeul geht weiter. Nach dem skandalösen Abgang des erst vor zwei Jahren angetretenen Leiters Christian Wacker (54) holten die Verantwortlichen den langjährigen Chef René Wagner (70) zurück.

Die eigenen Mitarbeiter lehnen den neuen, alten Museumsleiter René Wagner (70) ab.
Die eigenen Mitarbeiter lehnen den neuen, alten Museumsleiter René Wagner (70) ab.  © DPA

Die Mitarbeiter sind darüber entsetzt, lehnen den neuen, alten Häuptling ab. Sie schrieben einen bösen Brief ans Stiftungskuratorium (wählt den Vorstand): "Was für ein Possenspiel! Wir erklärten einstimmig, dass es keine Zusammenarbeit mit uns und Herrn Wagner geben kann."

Die Belegschaft sei entsetzt. Hintergrund: Wagner hatte das Museum ab 1986 geleitet, bis er 2013 nach Querelen mit dem damaligen Stiftungsvorstand entlassen wurde.

Ein Kündigungsgrund sollen laut Belegschaftsbrief auch "finanzielle Unregelmäßigkeiten" gewesen sein. "Wir Mitarbeiter brennen für das Museum, wir arbeiten unglaublich gern hier, aber nicht mit diesem Vorstand und unter einem Interimsgeschäftsführer René Wagner", schließt der Brief.

Auch Christian Wacker hatte den Vorstand heftig kritisiert, sprach von "Mobbing", störender Einflussnahme und Versäumnissen, was die Museumserweiterung angehe.

In dem aktuell vierköpfigen Vorstandsgremium übernahm zuletzt Vorstandsmitglied und Radebeuls OB Bert Wendsche (55, parteilos) den Vorsitz. Er verteidigte die Personalie Wagner, "der als langjähriger Museumsdirektor das Haus wie seine Westentasche kennt".

Er kündigte und kritisierte den Stiftungsvorstand heftig: Ex-Museumsleiter Christian Wacker (54).
Er kündigte und kritisierte den Stiftungsvorstand heftig: Ex-Museumsleiter Christian Wacker (54).  © Holm Helis

Immerhin: Vorstand und Kuratorium wollen bis 27. Juni die Vorwürfe aufklären und dann auch personelle Veränderungen im Vorstand vornehmen. Bei all dem Ärger geht fast unter: Das Museum hat geöffnet, kann jeden Besucher gut gebrauchen.

Titelfoto: DPA

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