Ohne Maske kein Zutritt - trotz Attest: Immer mehr Dresdner haben Corona-Ärger

Dresden - Schon zu Beginn der Corona-Pandemie gab es Fälle, wo Händler Kunden mit gültiger Masken-Befreiung keinen Zutritt gewährten.

Kein Zutritt ohne Maske. Kundin Madeleine D. (34) wurde im NKD im Prohliszentrum abgewiesen, obwohl sie einen Schwerbehindertenausweis hat und vorzeigte.
Kein Zutritt ohne Maske. Kundin Madeleine D. (34) wurde im NKD im Prohliszentrum abgewiesen, obwohl sie einen Schwerbehindertenausweis hat und vorzeigte.  © privat

Meist entschuldigten sie sich später dafür, akzeptierten die Ausnahme-Bestimmungen.

Doch nun verweigern zunehmend mehr Unternehmen Kunden ohne Maske den Zutritt, auch wenn diese ein Attest haben. Ausnahmen werden nicht mal für Schwerbehinderte gemacht.

Im Textilgeschäft NKD im Prohliszentrum wollte Madeleine D. (34) eine Winterjacke für ihren Sohn (7) kaufen. Die Schwerbehinderte, deren Erkrankung auch zu Luft-Not führt, betrat ohne Maske den Laden, zeigte einer Verkäuferin ihren Ausweis. 

"Das akzeptierte sie nicht. Die Mitarbeiterin sagte, ohne Maske müsse ich den Laden verlassen, machte vom Hausrecht Gebrauch", schildert die Mutter. "Ich musste ohne Ware gehen." Das Unternehmen beantwortete eine TAG24-Anfrage dazu nicht.

Dass Händler auf die Maskenpflicht pochen, keine Atteste und Ausweise mehr akzeptieren, kommt jetzt häufiger vor.

Auch das Bekleidungsgeschäft Zara in der Centrum Galerie und McDonald's wiesen behinderte Kunden ab. 

Rechtsanwalt Rahn klärt über die Situation auf

Rechtsanwalt Gerhard Rahn (47) hat einen Tipp für betroffene Kunden.
Rechtsanwalt Gerhard Rahn (47) hat einen Tipp für betroffene Kunden.  © Steffen Füssel

"Die Gesundheit und Sicherheit unserer Kunden und Mitarbeiter hat für uns höchste Priorität", begründet Zara die generelle Maskenpflicht.

Auch McDonald’s führt als Grund "größtmöglichen Schutz" an, will so auch Konflikte mit anderen Gästen vermeiden.

Das Sozialministerium ist machtlos. Man appelliere stets an die Unternehmen, ärztliche Atteste und Schwerbehindertenausweis als Befreiungs-Nachweise zu akzeptieren und den Kunden Zutritt zu gewähren, so eine Sprecherin.

Die abgewiesene Madeleine D. erstattete Anzeige bei der Polizei wegen Diskriminierung. Doch das wird wohl nicht viel nützen.

Laut Rechtsanwalt Gerhard Rahn (47) dürften die Rausschmisse legitim sein, wenn die Unternehmen Gefahren abwehren wollen.

Die Maßnahmen richteten sich nicht speziell gegen Behinderte, sondern gegen alle Kunden ohne Maske. Rahns Rat für Betroffene: "Gehen Sie zur Konkurrenz." 

Titelfoto: privat

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