Urin-Problem am Elberadweg: Wildpinkler am Mausoleum rufen Politiker auf den Plan

Dresden - Wehe, wenn die Blase drückt! Entlang des Elberadweges gibt es so gut wie keine öffentlichen Toiletten. Womöglich auch deshalb schänden in den letzten Monaten immer mehr Chaoten das etwas abseits am Lingnerschloss gelegene Mausoleum in Dresden. Uringestank und -flecke rufen jetzt die Politik auf den Plan.

Immer wieder schänden Wildpinkler die Grabanlage.
Immer wieder schänden Wildpinkler die Grabanlage.  © Steffen Füssel

"Das ist nicht irgendein Denkmal. Karl August Lingner ist von herausragender Bedeutung für Dresden. Das Grabmal darf nicht als Toiletten-Ersatz genutzt werden", sagt Stadtrat Holger Hase (45, FDP), der von Bürgern auf das Urin-Problem aufmerksam gemacht wurde.

Seine Anfrage an die Stadt nach Lösungsansätzen kam mit ernüchternden Antworten zurück: Das Problem sei nicht bekannt.

Wenn überhaupt sei der Förderverein "Lingner-Schloß" zuständig. Wer bedürftig sei, solle die "zahlreichen Gaststätten und Beherbergungsbetriebe entlang des Elberadweges aufsuchen".

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Stadtrat Hase reicht das nicht aus. "Kurzfristig könnte das Tor aus Richtung Elberadweg zum Schloss verriegelt werden. Auch eine Videokamera ist denkbar."

Stadtrat Holger Hase (45, FDP) will das Mausoleum schützen. Das Gitter hinauf zum Grab könnte verschlossen werden.
Stadtrat Holger Hase (45, FDP) will das Mausoleum schützen. Das Gitter hinauf zum Grab könnte verschlossen werden.  © Steffen Füssel
Unterhalb der Elbschlösser liegt, hinter einer Mauer versteckt, das Lingner-Mausoleum.
Unterhalb der Elbschlösser liegt, hinter einer Mauer versteckt, das Lingner-Mausoleum.  © Norbert Neumann

Mehr öffentliche Toiletten am Elberadweg könnten die Lösung sein

In einer Bodenplatte des Mausoleums ruhen der Gebeine von Karl August Lingner (1861-1916).
In einer Bodenplatte des Mausoleums ruhen der Gebeine von Karl August Lingner (1861-1916).  © Steffen Füssel

Mittelfristig bräuchte Dresden dringend mehrere öffentliche Toiletten entlang des Elberadweges. Denkbar sei eine Rats-Initiative, um die Stadt zum Handeln zu zwingen.

Unterstützung kommt von den Gastronomen entlang des Weges. Im Fährgarten Johannstadt stehen die Toiletten seit Jahren allen Besuchern kostenlos offen.

"Das ist schlicht unser Service, natürlich hoffen wir, dass dann auch bei uns eingekehrt wird. Aber wir sehen das locker. Fakt ist: Es fehlen schlicht öffentliche Toiletten", sagt Fährgarten-Wirt Jens Bauermeister (56).

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Der Lingner-Verein äußerte sich in der Puller-Problematik am Mittwoch nicht.

Titelfoto: Steffen Füssel (2)

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