Weiße Flotte setzt auf Sanierung in Eigenverwaltung

Dresden - Die Nachricht über den drohenden Untergang der Weißen Flotte war nicht nur für viele Dresdner ein Schock.

Der Schornstein des Schaufelraddampfers "Dresden" ist vor der Kuppel der sächsischen Staatskanzlei zu sehen.
Der Schornstein des Schaufelraddampfers "Dresden" ist vor der Kuppel der sächsischen Staatskanzlei zu sehen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Am heutigen Freitag haben sich die Chefs geäußert, wie es mit der ältesten Raddampferflotte der Welt nach dem Insolvenzantrag weitergehen soll. Die gute Nachricht: Es geht zunächst einmal weiter.Die Schiffe fahren nach Plan und auch die Mitarbeiter bekommen ihr Gehalt.

Für Mai kam das noch einmal von der Sächsischen Dampfschiffahrt (SDS), von Juni bis August wird es von der Agentur für Arbeit gezahlt. In dieser Zeit soll mit der Fortsetzung der bereits 2019 begonnenen Restrukturierung ein Weg aus der Krise gefunden werden.

Die soll in Eigenverantwortung und mithilfe des Insolvenzrechts erfolgen. Dafür bekommt die Geschäftsführung der SDS Verstärkung.

Während sich die bisherigen Chefs Karin Hildebrand (65) und Jeffrey Pötzsch (48) weiter um die laufenden Geschäfte kümmern, soll Burkhard Jung (53) als Sanierungsgeschäftsführer die Restrukturierung managen.

Überwacht wird das Ganze von Frank-Rüdiger Scheffler (62), der vom Amtsgericht als sogenannter Sachwalter eingesetzt wurde. Seine Position ist vergleichbar mit der eines Aufsichtsrats.Fest steht: Um die Weiße Flotte dauerhaft in ruhigeres Fahrwasser zu manövrieren, braucht es frisches Geld.

"Ein Schuldenerlass hilft nicht. Dadurch wäre immer noch kein Geld auf dem Konto", sagt Jung. Das soll von einem Investor kommen, der in den nächsten Monaten gefunden werden soll. Erste Interessenten hätten sich bereits gemeldet, konkrete Angebote gebe es noch nicht. Jung ist aber optimistisch, jemanden zu finden. Dass die Flotte auf Dauer ein Zuschussgeschäft sein wird, sieht er nicht.

Jeffrey Pötzsch wünscht sich zudem einen stärkeres Engagement des Freistaates. Ein weiterer Wunsch richtet sich an die Dresdner und ihre Gäste: "Ich rufe Sie auf, auf den Schiffen zu fahren."

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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