Wer die (Brief-)Wahl hat: Die ersten Dresdner stehen für den Urnengang Schlange

Dresden - Gibt's hier was umsonst? Diese Frage dürften sich wohl einige Dresdner gestellt haben, die am gestrigen Montagmittag auf der Theaterstraße unterwegs waren. Doch die etwa 20 Personen, die vor dem Stadthaus Schlange standen, wollten nichts abholen, sondern etwas abgeben: ihre Stimme zur Bundestagswahl.

Vor dem Briefwahlbüro bildete sich gestern zeitweise eine lange Schlange.
Vor dem Briefwahlbüro bildete sich gestern zeitweise eine lange Schlange.  © Norbert Neumann

Das ist seit 9 Uhr im Briefwahlbüro möglich und wurde sofort genutzt. Gegen 12 Uhr hatten nach Angaben des Rathauses bereits circa 350 Wahlberechtigte gewählt.

Einer von ihnen ist Ulrich Dahnert (67). "Ich fahre morgen für vier Wochen in den Urlaub nach Russland", sagt er.

Weil nicht zu wählen aber keine Option für ihn sei, hat er sich gemeinsam mit seinem Bekannten Rudolf Kümpel (64) in die Schlange eingereiht.

Dresden: Dresdner Polizei steckt im Gleisbett fest und sorgt für zahlreiche Lacher
Dresden Dresdner Polizei steckt im Gleisbett fest und sorgt für zahlreiche Lacher

"Ich habe nicht erwartet, dass hier so viel los ist", sagt Kümpel. So ging es wahrscheinlich den meisten. Nur eine Frau hatte ein Buch dabei und nutzte die Wartezeit zum Lesen.

Der Hauptgrund für die Stimmabgabe knapp vier Wochen vor dem eigentlichen Wahltag: Urlaub. So auch bei einem Trachauer (80), der etwas weiter hinten ansteht.

Rudolf Kümpel (64, l.) und Ulrich Dahnert (67) gehören zu den ersten Dresdnern, die bereits gewählt haben.
Rudolf Kümpel (64, l.) und Ulrich Dahnert (67) gehören zu den ersten Dresdnern, die bereits gewählt haben.  © Norbert Neumann
Im Briefwahlbüro kann man seine Wahlunterlagen direkt ausfüllen und einwerfen.
Im Briefwahlbüro kann man seine Wahlunterlagen direkt ausfüllen und einwerfen.  © Sebastian Kahnert/dpa

"Ich bin da zur Kur in Ungarn", erzählt er. "Das ist ja zum Glück wieder möglich." Tatsächlich per Brief zu wählen, kam für ihn aber nicht infrage.

"Da habe ich keine Garantie, dass es pünktlich da ist", sagt der Senior. Bei der Sofortwahl im Briefwahlbüro ist das anders.

Titelfoto: Norbert Neumann

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