So wollen Stadträte das "Putzi"-Gelände rausputzen

Dresden - Wohnraum in der Neustadt ist knapp und begehrt. Umso unverständlicher ist es, dass Häuser wie die drei Villen an der Königsbrücker Straße und die große Fläche dahinter seit Jahren brach liegen. Doch das könnte sich bald ändern.

Die Villen sollen saniert und kulturell genutzt werden.
Die Villen sollen saniert und kulturell genutzt werden.  © Eric Münch

Auf Initiative mehrerer Stadträte soll für das im Volksmund "Putzi-Gelände" genannte Gebiet ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Auch mit dem Eigentümer gab es bereits Gespräche.

"Der Eigentümer ist bereit, die Produktionsgebäude im Norden zu konzentrieren", sagt Dissidenten-Stadtrat Johannes Lichdi (57, Grüne).

Darüber haben er und Mario Schmidt (45, CDU) sich mit der Argenta Unternehmensgruppe aus München verständigt. Die Fabrik der Dental-Kosmetik, in der unter anderem die seit DDR-Zeiten beliebte Kinderzahnpasta Putzi hergestellt wird (daher der Name des Geländes), bliebe bestehen.

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Mit der Konzentration im Norden stünde der südliche Teil allerdings für eine Bebauung zur Verfügung. Wie die aussehen könnte, wurde ebenfalls bereits besprochen und als Planungsziele in einen Antrag geschrieben, über den der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung entscheidet.

Demnach sollen mehrgeschossige Mietshäuser gebaut werden, in denen auch sozialer Wohnraum entsteht. Ein Teil davon soll durch die städtische Wohnungsgesellschaft WiD errichtet werden.

Die drei denkmalgeschützten Villen sollen saniert und durch eine "kreativ-kulturelle Nutzung" mit Leben gefüllt werden. Das gilt auch für die beiden Mehrfamilienhäuser auf der Katharinenstraße. Ein kleiner Park mit Spiel- und Sportmöglichkeiten sowie Flächen für einen Gemeinschaftsgarten sind ebenfalls vorgesehen.

Dissidenten-Stadtrat Johannes Lichdi (57, Grüne) will, dass die Stadt möglichst schnell den Weg für eine Bebauung ebnet.
Dissidenten-Stadtrat Johannes Lichdi (57, Grüne) will, dass die Stadt möglichst schnell den Weg für eine Bebauung ebnet.  © Steffen Füssel
Das Gelände der Dental-Kosmetik soll teilweise bebaut werden. Die Fabrik bleibt aber bestehen.
Das Gelände der Dental-Kosmetik soll teilweise bebaut werden. Die Fabrik bleibt aber bestehen.  © Jürgen-M. Schulter
Der beliebten Kinderzahnpasta verdankt das Gelände seinen Namen.
Der beliebten Kinderzahnpasta verdankt das Gelände seinen Namen.  © imago images/MIS
Im Januar 2020 waren die leerstehenden Villen an der Königsbrücker Straße für mehrere Tage besetzt.
Im Januar 2020 waren die leerstehenden Villen an der Königsbrücker Straße für mehrere Tage besetzt.  © Tino Plunert

Verfahren dauert in Dresden mindestens zwei Jahre

Bis es soweit ist, wird es aber noch dauern. "Das Verfahren dauert in Dresden mindestens zwei Jahre", sagt Lichdi. Durch die Abstimmung mit dem Eigentümer und die detailliert festgeschriebenen Planungsziele hofft er jedoch auf eine "deutliche Beschleunigung". Am Stadtrat wird es wohl nicht scheitern.

Weil der Antrag von der CDU, den Grünen, der SPD und den Dissidenten unterstützt wird, ist eine Mehrheit sicher.

Titelfoto: Montage: Eric Münch, imago images/MIS

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