Wolf zerfetzt sechs Schafe: Besitzer ist fassungslos

Kamenz - Wieder haben Wölfe in Ostsachsen ein Blutbad angerichtet. In Rauschwitz bei Elstra wurden in der Nacht sechs Schafe gerissen. Laut Landesumweltamt nehmen die Wolfsrisse zu.

Die Kadaver liegen verteilt auf der Wiese. Fünf Lämmer und ein Altschaf starben bei dem Wolfsangriff.
Die Kadaver liegen verteilt auf der Wiese. Fünf Lämmer und ein Altschaf starben bei dem Wolfsangriff.  © Rocci Klein

Als Conrad Böhm (37) Dienstagfrüh zu seinem Schafgehege kam, stieg die Wut in ihm auf. Die umzäunte Wiese glich einem Schlachtfeld. Überall lagen zerfetzte Kadaver. Sechs seiner Kamerunschafe waren tot, nur ein Tier überlebte das Massaker.

Die Spuren im Erdboden waren eindeutig: der Wolf! Ein amtlicher Rissgutachter bestätigte dies später. "Zahnabstand und die gezielten Kehlbisse lassen auf einen ausgewachsenen Wolf schließen", sagte Karin Bernhardt (58) vom Landesumweltamt. Schafhalter Böhm glaubt sogar, dass hier mehrere Raubtiere zuschlugen.

Im Herbst nehmen die Wolfsangriffe zu, weiß Behördensprecherin Bernhardt. Sie erklärt: "Das hängt zum einen mit dem erhöhten Nahrungsbedarf der inzwischen fast ausgewachsenen Welpen zusammen. 

Zum anderen sind Kitze, Hirschkälber und Frischlinge, die im Frühling und Sommer noch leichte Beute waren, zu reaktionsschnellen Wildtieren herangewachsen." 

Conrad Böhm kniet fassungslos neben seinem getöteten Schafbock.
Conrad Böhm kniet fassungslos neben seinem getöteten Schafbock.  © Rocci Klein
Die Räuber kamen unter dem Zaun hindurch ins Gehege. Weil die Umzäunung laut Landesumweltamt nicht den Mindestanforderungen entsprach, bekommt der Tierhalter keine Entschädigung.
Die Räuber kamen unter dem Zaun hindurch ins Gehege. Weil die Umzäunung laut Landesumweltamt nicht den Mindestanforderungen entsprach, bekommt der Tierhalter keine Entschädigung.  © Rocci Klein

So rücken Haustiere jetzt wieder in den Fokus der Räuber.

Titelfoto: Rocci Klein

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