Zweiter Jahrestag des Juwelen-Raubs im Grünen Gewölbe: Ist der Schatz für immer weg?

Dresden - Fast zwei Jahre ist es her, dass Einbrecher im Grünen Gewölbe unersetzliche Juwelen gestohlen haben. Bis heute ist keines der Schmuckstücke wieder aufgetaucht. Nach wie vor plagt die Ermittler vor allem eine Frage: Ist der Sachsenschatz für immer verloren?

Am 25. November 2019 brachen Unbekannte in das Grüne Gewölbe ein und klauten Schmuckstücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert. (Archivfoto)
Am 25. November 2019 brachen Unbekannte in das Grüne Gewölbe ein und klauten Schmuckstücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert. (Archivfoto)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Es war die Nacht zum 25. November 2019, als zwei Personen gewaltsam in das Historische Grüne Gewölbe in Dresden einbrachen.

In Windeseile zerschlugen sie mit einer Axt die Vitrine im Juwelenzimmer und rissen ein Dutzend Schmuckstücke aus Diamanten und Brillanten des 17. und 18. Jahrhunderts von unschätzbarem Wert heraus.

Der Coup geht laut Ermittler auf das Konto des Berliner Remmo-Clans, der auch am Goldmünzen-Raub im Bode Museum beteiligt war. Sechs Mitglieder sind bereits unter Tatverdacht.

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Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass das Fenstergitter nur wenige Tage vor dem Einbruch präpariert wurde. Das Gebäude wird derzeit einbruchsicher gemacht.

Damit so ein Coup nicht noch einmal gelingt: Das Grüne Gewölbe wird derzeit einbruchsicher gemacht.
Damit so ein Coup nicht noch einmal gelingt: Das Grüne Gewölbe wird derzeit einbruchsicher gemacht.  © Holm Helis

Chefin der Kunstsammlungen nach wie vor zuversichtlich

SKD-Chefin Marion Ackermann (56) glaubt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die gestohlenen Juwelen gefunden werden.
SKD-Chefin Marion Ackermann (56) glaubt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die gestohlenen Juwelen gefunden werden.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Marion Ackermann (56), Chefin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) ist nach wie vor guter Dinge, dass die Beute ihren Weg zurück nach Dresden findet.

"Ich werte es als gute Nachricht, dass bisher keine Verkäufe stattgefunden haben. Die Schmuckstücke haben einen besonderen Schliff und sind leicht zu identifizieren. Das ist die Grundlage einer begründeten Hoffnung."

In den Vitrinen des Juwelenzimmers klaffen noch immer Lücken. Aus restauratorischen Gründen werden die beim Einbruch versehrten Stücke allerdings noch nicht ausgestellt. "Es gibt bereits Ideen, wie man mit diesen Stücken umgeht. Ich bin dafür, sie auszustellen", sagt Ackermann.

Tatort Juwelenzimmer: Innerhalb weniger Minuten haben die Diebe die ein Dutzend Schmuckstücke aus den Vitrinen gerissen.
Tatort Juwelenzimmer: Innerhalb weniger Minuten haben die Diebe die ein Dutzend Schmuckstücke aus den Vitrinen gerissen.  © Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa

Auch vonseiten der Justiz zeigt man sich optimistisch: "Die Strafverfolgungsbehörden sind weiterhin zuversichtlich, dass die Beutestücke aufgefunden werden können", sagt Jürgen Schmidt.

Noch immer arbeitet die Soko "Epaulette" auf Hochtouren, derzeit seien bis zu 40 Beamte mit dem Fall beschäftigt. Die Ermittler erhielten insgesamt 1694 Hinweise, seit Monaten gehen aber kaum noch weitere ein.

Titelfoto: Montage: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa, Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa

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