Lokalpolitiker genervt: Verschwörungstheorien frei Haus

Dresden - Unerwünschte Propaganda per Mail sind Lokalpolitiker gewohnt, doch nun bekamen viele Dresdner Stadt- und Ortschaftsräte wirre Verschwörungstheorien per Post an ihre Privatadressen. Absender: Unbekannt.

Bei Stadtrat Mario Schmidt (46, CDU) landete die unerwünschte Post im Schredder.
Bei Stadtrat Mario Schmidt (46, CDU) landete die unerwünschte Post im Schredder.  © PR

Sogenannte "Freie Menschen" haben sich viel Mühe gemacht: Eigenen Angaben zufolge hatten sie alle Stadt- und Bezirksbeiräte Dresden angeschrieben, forderten eine Stellungnahme zum "Great Reset", der Theorie, dass die Gesundheitsschutzmaßnahmen eine finstere Verschwörung zum Aufbau einer neuen Weltordnung seien.

Beigelegt war eine 24-seitige Broschüre eines unter dem Namen "Sebastian Friebel" vorwiegend in Bayern auftretenden Verschwörungstheoretikers.

"Ich stelle mir neben der Frage nach der Finanzquelle vor allem die Frage, wie diese Leute an die Adressen der kommunalen Mandatsträger gekommen sind", sagt Stadtrat Mario Schmidt (46, CDU). "Unabhängig davon wird diese Postsendung umgehend im Schredder landen."

Naheliegend ist, dass die Spammer das gedruckte Amtsblatt aus dem Jahr 2019 nutzten, denn hier waren alle Kandidaten mit ihrer Adresse aufgeführt. Dafür spricht, dass Stadträte, die nach der Veröffentlichung umgezogen oder erst später in die Gremien nachgezogen waren, von der Post verschont blieben.

Dieses Pamphlet erhielten zahlreiche Dresdner Lokalpolitiker am Wochenende.
Dieses Pamphlet erhielten zahlreiche Dresdner Lokalpolitiker am Wochenende.  © privat

Die Veröffentlichung von Kandidatenadressen ist durch das Bundesmeldegesetz vorgeschrieben. "Das müsste dringend mal angegangen werden", so Schmidt.

Titelfoto: PR, privat

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