Mädchen über Jahre missbraucht: Angehender Erzieher suchte gezielt Kontakt zu Kindern

Dresden - Es war schlimmer als gedacht: Im Oktober 2020 wandten sich Eltern der Dresdner Kita "Abenteuerland" an die Polizei. Sie hatten Hinweise darauf, dass ein pädagogischer Mitarbeiter sich an den Kindern vergeht.

Anklage erhoben: In dieser Dresdner Kita soll Erzieher Lukas B. (27) kleine Mädchen missbraucht haben.
Anklage erhoben: In dieser Dresdner Kita soll Erzieher Lukas B. (27) kleine Mädchen missbraucht haben.  © Steffen Füssel

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Dresden Anklage gegen Lukas B. (27) erhoben und wirft ihm 28-fachen Kindesmissbrauch vor!

Seit 2018 arbeitete Lukas B. in der Kita, soll seine Position widerlich ausgenutzt haben: "Ihm liegt zur Last, zwischen August 2018 und Oktober 2020 in insgesamt 20 Fällen sexuelle Handlungen an sechs zu den Tatzeiten zwei- bis-dreijährigen Mädchen vorgenommen und diese in den überwiegenden Fällen gefilmt oder fotografiert zu haben", so Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt (46) am Dienstag.

Nachdem die Kripo die Kita-Leitung informiert hatte, stellte diese Lukas B. sofort frei und schrieb den Eltern der 160 Kinder, 51 davon in der Krippe, einen Brief: Sie wurden gebeten, Auffälligkeiten mitzuteilen. Zusätzlich wurde der Kinderschutzbeauftragte eingeschaltet.

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Die Kripo stieß indes auf frühere Fälle außerhalb der Kita: "Dem Beschuldigten liegt zur Last, zwischen Juli 2013 und August 2015 in acht Fällen an einem zu den Tatzeiten acht- bis zehnjährigen Mädchen in Dresden sexuelle Handlungen vorgenommen und dabei heimlich gefilmt zu haben", so Oberstaatsanwalt Schmidt.

Auf einer Internetplattform bot sch der Angeklagte als Babysitter oder Nachhilfelehrer an.
Auf einer Internetplattform bot sch der Angeklagte als Babysitter oder Nachhilfelehrer an.  © Screenshot privat

Dabei suchte der angehende Erzieher offenbar gezielt Kontakt zu Kindern: Auf einer Internetplattform bot er sich als Babysitter und Nachhilfelehrer an: "Ich habe bereits vielfältige Erfahrungen im Bereich Kinder ...", heißt es dort. Seit 28. Januar sitzt Lukas B. in Untersuchungshaft und hat die Vorwürfe im Wesentlichen bereits gestanden.

Titelfoto: Steffen Füssel

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