Maler streicht 300.000 Euro ein: Nun sitzt er wegen Betrugs vor Gericht

Dresden - Er teilte das bittere Los vieler Handwerker: Leistung erbringen, aber dafür ewig auf die angemessene Bezahlung warten. Doch Malermeister Andreas B. (53) griff zu kriminellen Mitteln, um sich über Wasser zu halten. Er strich per Betrug fast 300.000 Euro ein und sitzt nun auf der Anklagebank im Landgericht.

Andreas B. (53) gestand den Betrug am ersten Prozesstag ein.
Andreas B. (53) gestand den Betrug am ersten Prozesstag ein.  © Eric Münch

So nutzte er eine technisch-logistische Lücke beim bargeldlosen Abwickeln von Rechnungen. 

Der Malermeister besorgte sich Bezahlterminals (ähnlich der Kartengeräte an den Kassen) bei Finanzanbietern. Darin werden Rechnungen für erbrachte Leistungen registriert, deren Betrag der Finanzanbieter, ohne Prüfung, sofort auf des Malers Firmenkonto zahlt. 

Die bezahlte Kohle zieht sich der Dienstleister seinerseits vom Kunden des Malers ein. So weit die Theorie.

Laut Anklage aber stellte Andreas B. fiktive Rechnungen ein. 

Der Finanzdienstleister zahlte die vollen Beträge aufs Firmenkonto, wo der Malermeister die Kohle sofort abhob.

Zack, war das Geld für den Dienstleister nicht mehr zurückbuchbar. Konnte aber auch von keinem Kunden eingezogen werden.

Das System funktionierte zwar immer nur einige Tage. Aber Andreas B. wechselte die Anbieter und strich so fast 300.000 Euro ein.

Inzwischen sitzt der Mann, der über ein Dutzend Vorstrafen hat, in U-Haft. Im Prozess gestand er, "die Lücken des Systems ausgenutzt" zu haben. Urteil folgt.

Titelfoto: Eric Münch

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