Mann vor Dresdner Landtag in Flammen: Helfer versuchten ihn mit Schnee zu löschen

Dresden - Grausige Szenen direkt am Sächsischen Landtag! Gegen 13.30 Uhr ging gestern direkt an einem Lindenbaum plötzlich ein Mann in Flammen auf (TAG24 berichtete). Mit schwersten Verletzungen kam er ins Krankenhaus, verstarb jedoch kurz darauf. Nun ermittelt die Polizei zu den Hintergründen.

Der Rettungshubschrauber brachte gestern den Notarzt zum Landtag.
Der Rettungshubschrauber brachte gestern den Notarzt zum Landtag.  © Norbert Neumann

Passanten hielten es zunächst für eine Kunstaktion oder einen Filmdreh: Hinter dem Hotel "Maritim" stand ein Mann in Flammen auf, lief offenbar vor Schmerzen schreiend auf den Landtag zu.

In Sichtweite des Parlaments fiel er kopfüber um.

Ein junger Medizinstudent, der gerade an der Elbe joggte, versuchte den brennenden Mann mit Schnee zu löschen.

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Auch Arbeiter, die am Landtag Absperrgitter für den 13. Februar aufbauten, eilten herbei. Einer versuchte, die Flammen mit seiner Arbeitsjacke zu ersticken.

Landespolizeipräsident Kretzschmar bestätigte den Tod des Mannes

Mit dem Krankenwagen kam der Unbekannte ins Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt.
Mit dem Krankenwagen kam der Unbekannte ins Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt.  © Norbert Neumann

Schließlich trafen Sanitäter ein, der Notarzt landete mit dem Rettungshubschrauber. Doch für einen Transport in die Spezialklinik nach Leipzig war das Opfer zu instabil.

Der Rettungswagen brachte den Mann daraufhin ins Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt. Doch alle Bemühungen waren umsonst.

Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar (61) konnte am späten Nachmittag nur noch den Tod des Mannes mitteilen.

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Obwohl der Suizid direkt vor den Fenstern des Plenarsaals stattfand, geht der Polizeichef nicht zwingend von einer politischen Motivation aus.

Identität des Verstorbenen noch unbekannt

Arbeiter versuchten den Mann mit Schnee zu löschen.
Arbeiter versuchten den Mann mit Schnee zu löschen.  © privat

Da die Identität des Verstorbenen bis zum Abend ungeklärt blieb, laufen die Ermittlungen noch.

Sozialministerin Petra Köpping (62) sprach für die Landesregierung den Angehörigen ihr Beileid aus.

Das Kriseninterventionsteam (KIT) kümmerte sich noch während des Rettungseinsatzes um eine Skifahrerin, die das Geschehen miterleben musste. Das KIT bietet auch für Zeugen, die es nicht mehr angetroffen hat, psychologische Hilfe an: 0351/488 53 41.

Normalerweise berichtet TAG24 nicht über mögliche Suizide. Da sich der Vorfall aber in der Öffentlichkeit abspielte, hat sich die Redaktion entschieden, es doch zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: Norbert Neumann

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