Martin Dulig verzichtet auf erneute Kandidatur als sächsischer SPD-Landeschef!

Dresden - Martin Dulig (47) hat überraschend die Aufgabe des Landesvorsitzes der SPD Sachsen angekündigt.

Martin Dulig (47) tritt nicht zur Wiederwahl als sächsischer SPD-Landeschef an.
Martin Dulig (47) tritt nicht zur Wiederwahl als sächsischer SPD-Landeschef an.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

"Ich habe mich entschieden, auf dem nächsten Parteitag nicht noch einmal für das Amt zu kandidieren", sagte der 47-Jährige Freitagabend in Dresden. "Ich trete nicht zurück, ich trete nur nicht neu an."

Die Landespartei brauche nach zwölf Jahren an ihrer der Spitze einen neuen Impuls. "Es ist der richtige Weg, die Macht und damit die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen."

Künftig soll nach Vorstellung des Landesvorstands eine Doppelspitze die Partei führen, "mit mindestens einer Frau", sagte der Politiker.

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Der neue Landesvorstand werde, anders als bisher geplant, erst auf einem zusätzlichen Parteitag nach der Bundestagswahl gewählt.

Der nächste Landesparteitag am 3./4. Juli solle ein rein inhaltlicher sein und helfen, die "sozialdemokratische Positionierung" nach außen deutlich zu machen.

Es gehe um eine klare Rückendeckung für die Kandidaten der SPD zur Bundestagswahl, die zu neuen politischen Machtverhältnissen und einer neuen Koalition führen werde.

Dulig will Ostbeauftragter der SPD bleiben

Dulig will sich künftig weiter als Wirtschaftsminister für den Freistaat und gemeinsam mit der dann neuen Parteispitze und der Fraktion engagieren, und "meine ganze Kraft für einen Erfolg der SPD bei der nächsten Landtagswahl einsetzen". Und er will auch Ostbeauftragter der SPD bleiben.

Dulig ist seit 2009 Vorsitzender der SPD Sachsen, seit Herbst 2014 Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident des Freistaates. Der gebürtige Plauener lebt mit seiner Familie in Moritzburg bei Dresden.

Die sächsische SPD hatte bei der vergangenen Bundestagswahl 10,5 Prozent der Zweitstimmen erzielt, zwei Jahre später bei der Landtagswahl bekam sie nur 7,7 Prozent. Die Bundestagswahl findet am 26. September statt.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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