Mief-Projekt im historischen Dorfkern stinkt den Loschwitzern gewaltig

Dresden - Diesen Plan finden die Loschwitzer mehr als anrüchig. Die Stadtentwässerung Dresden will im historischen Dorfkern ein großes Regenüberlaufbecken mit integriertem Hochwasserpumpwerk sowie ein neues, unter der Elbe verlegtes Rohr für das Abwasser bauen. 

Hinter der Alten Feuerwache (unten links mit Turm) sollen das Rückhaltebecken und die neue Abwasserleitung gebaut werden
Hinter der Alten Feuerwache (unten links mit Turm) sollen das Rückhaltebecken und die neue Abwasserleitung gebaut werden  © Thomas Türpe

Dafür soll ein Teil des erst im vergangenen Jahr für 230.000 Euro erweiterten Parkplatzes hinter der Alten Feuerwache wieder aufgerissen werden. Kosten für das Mammutprojekt: 15 Millionen Euro.

Nachdem die Pläne kürzlich im Stadtbezirksbeirat vorgestellt wurden, formiert sich unter den Anwohnern nun Widerstand. Dabei ist auch ihnen klar, dass etwas passieren muss. 

Die beiden bisherigen Rohre zum Abfluss des Abwassers auf die andere Elbseite stammen aus den 1930er-Jahren und reichen nicht mehr aus. 

Die Folge: Das Abwasser staut sich oft zurück und muss teilweise in die Elbe geleitet werden. 

Bei starkem Regen fließt ebenfalls ungereinigtes Mischwasser in den Fluss. Das neue Becken soll diese Einleitungen halbieren.

Die Anwohner haben jedoch Sorge, dass durch das Becken und dessen Entlüftung Geruchsbelästigungen entstehen. 

Durch ein Rohr wie dieses in der Johannstadt soll das Abwasser künftig auf die andere Elbseite fließen.
Durch ein Rohr wie dieses in der Johannstadt soll das Abwasser künftig auf die andere Elbseite fließen.  © Stadtentwässerung Dresden
Unternehmenssprecher Torsten Fiedler (55) rechnet nicht mit einer Geruchsbelästigung.
Unternehmenssprecher Torsten Fiedler (55) rechnet nicht mit einer Geruchsbelästigung.  © André Wirsig

Parkplatz müsste wohl für zwei Jahre gesperrt werden

Der neue Parkplatz soll wieder zur Baustelle werden.
Der neue Parkplatz soll wieder zur Baustelle werden.  © Thomas Türpe

Dass der Parkplatz wohl zwei Jahre gesperrt wird, die neuen Bäume wieder weichen müssen und ein Funktionsgebäude die Blickbeziehung zur Feuerwache stören könnte, sind weitere Bedenken.

Außerdem gibt es Befürchtungen, dass die alten Gebäude durch die Bauarbeiten im Untergrund Schaden nehmen könnten. 

"Wir nehmen die Belange der Anrainer sehr ernst und berücksichtigen sie", sagt Stadtentwässerung-Sprecher Torsten Fiedler (55). 

Für den Parkplatz als Standort gebe es in dem eng bebauten Stadtquartier allerdings keine Alternative. Aber Fiedler versichert: "Die Vermeidung von Gerüchen hat absolute Priorität bei der Planung."

Dafür ist noch genügend Zeit. Baustart ist frühestens 2022.

Titelfoto: Thomas Türpe

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