Mietpreise, Sicherheit, Einkommen: So bewerten Dresdner ihre Stadt

Dresden - Wie beurteilen die Dresdner die Entwicklung ihrer Stadt? Das will das Rathaus alle zwei Jahre wissen und ruft zur großen Bürgerumfrage auf. Die letzte wurde von März bis Mai 2020 durchgeführt. Nun stehen die Ergebnisse fest. Sie zeigen positive wie negative Entwicklungen.

Abgesehen vom Elberadweg sehen die Dresdner beim Radwegenetz großen Verbesserungsbedarf.
Abgesehen vom Elberadweg sehen die Dresdner beim Radwegenetz großen Verbesserungsbedarf.  © Petra Hornig

Gut: Die Dresdner haben mehr Geld. So ist das monatliche Nettoeinkommen eines Haushaltes seit 2018 um etwa vier Prozent angestiegen. Konkret verfügte ein Durchschnittshaushalt damit über ein Monatseinkommen von 2300 Euro. Gleichzeitig gelten allerdings etwa 17 Prozent der Haushalte als armutsgefährdet. Das sind etwas mehr als 2018.

Die höheren Einkommen werden zudem von den gestiegenen Wohnkosten wieder "aufgefressen". Bei einer Durchschnittswohnung, für die je Quadratmeter 6,76 Euro Grundmiete und 2,39 Euro Betriebskosten fällig werden, ergibt sich eine Mietkostensteigerung von 6,5 Prozent auf 608 Euro. So gehen 28 Prozent des Einkommens im Schnitt fürs Wohnen drauf.

Zu hohe Mieten, Wohn-, Grundstücks- und Immobilienpreise sehen die Dresdner deshalb wie vor zwei Jahren als größtes Problem der Stadt an.

Auf Platz 2 folgt das "verbesserungswürdige Fahrradwegesystem", das damit um vier Plätze gestiegen ist.

Auf den Plätzen 3 und 4 werden mit etwas Abstand "Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit" und "Pegida" als Probleme genannt.

Pegida und Ausländerfeindlichkeit sehen viele Dresdner als Problem.
Pegida und Ausländerfeindlichkeit sehen viele Dresdner als Problem.  © Steffen Füssel

Insgesamt fühlen sich die Dresdner in ihrer Stadt weiterhin sicher

Klotzsche mit den nördlichen Ortschaften liegt dabei vorn. Die größten Bedenken gibt es in Prohlis, Reick, Gorbitz und der Altstadt.

Die Ergebnisse fließen in die weiteren Entscheidungen im Rathaus ein. "Diese Aussagen sind eine wichtige Grundlage für die Arbeit der Verwaltung“, sagt der Erste Bürgermeister Detlef Sittel (53, CDU).

Die ausführliche Auswertung der Umfrage hat das Rathaus in zwei Broschüren veröffentlicht, die unter www.dresden.de/statistik kostenlos runtergeladen oder alternativ gebunden für je zwölf Euro bestellt werden können.

6094 Einwohner als Grundlage der Studie

Dresdens Erster Bürgermeister Detlef Sittel (53, CDU) dankt den mehr als 6000 Teilnehmern der Umfrage.
Dresdens Erster Bürgermeister Detlef Sittel (53, CDU) dankt den mehr als 6000 Teilnehmern der Umfrage.  © PR/Jürgen Männel

Die Grundlage für die Studie bildet eine repräsentative Befragung der Dresdner.

Dafür wurden per Zufallsverfahren unter allen Einwohnern aus dem Melderegister 18.000 Personen ausgewählt, die zwischen 16 und 90 Jahre alt sind und nicht in Alten- und Pflegeheimen, Gefängnissen oder Erstaufnahmen leben.

Diese konnten sich von März bis Mai 2020 online oder per Papierfragebogen an der Bürgerumfrage beteiligen. Das haben 6094 Personen getan, ein Drittel davon online.

Weil die Beteiligung je nach Alter oder Stadtteil variiert, wurden die Ergebnisse nach der Zusammensetzung der Gesamtbevölkerung gewichtet. Dadurch werden sie repräsentativ.

Titelfoto: Petra Hornig

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0