Millionen-Coup im Grünen Gewölbe: Erster Blick auf die Raub-Vitrine

Dresden - Es ist ein Bild, das auch fünf Monate danach immer noch surreal wirkt. Wir sehen die prächtige Vitrine im Grünen Gewölbe. Einst Blickfang mit zahlreichen ausgestellten Juwelen, Kostbarkeiten und Geschmeiden. Mittlerweile nur noch leer - Tatort eines bis heute einmaligen Verbrechens. Ein Fernsehfilm geht jetzt auf Spurensuche.

Ein Bild, das um die Welt ging: Über dieses Fenster stiegen die Profis ins Grüne Gewölbe ein. Das "Schlupfloch" ist noch immer von der Polizei verhüllt.
Ein Bild, das um die Welt ging: Über dieses Fenster stiegen die Profis ins Grüne Gewölbe ein. Das "Schlupfloch" ist noch immer von der Polizei verhüllt.  © DPA / Sebastian Kahnert

Die Täter hatten leichtes Spiel, als sie am frühen Morgen des 25. November am Residenzschloss ein Fenstergitter durchtrennten, die Panzerglasscheibe aushebelten und in die Schatzkammer August des Starken (1670-1733) eindrangen

Sie plünderten die offenbar zuvor ausgespähte Vitrine mit roher Gewalt und flohen auf gleichem Wege. 

Über die kleinteilige Arbeit der Spurensicherung berichtet Kriminalexperte Georg Prüfling (71): "Sie sehen keiner Spur an, ob sie im Zusammenhang mit dem Tatgeschehen steht."

Unzweifelhaft war die Schatzkammer schlecht gesichert, auch die Videoüberwachung mehr als mangelhaft. 

Kunstsammlungs-Chefin Marion Ackermann (54) äußert sich im TV erstmals über ein zukünftiges Sicherheitskonzept. 

Besucher konnten hier einst zahlreiche Schätze, darunter drei Garnituren von August dem Starken, bewundern. Mittlerweile steht die Vitrine noch immer leer, ist Sachsens berühmtester Verbrechens-Tatort.
Besucher konnten hier einst zahlreiche Schätze, darunter drei Garnituren von August dem Starken, bewundern. Mittlerweile steht die Vitrine noch immer leer, ist Sachsens berühmtester Verbrechens-Tatort.  © MDR

Dass die Schmuckstücke wieder auftauchen, wird immer unwahrscheinlicher

Kunstdetektiv Arthur Brand (51) glaubt nicht an die Rückkehr der Schmuckstücke.
Kunstdetektiv Arthur Brand (51) glaubt nicht an die Rückkehr der Schmuckstücke.  © Bloomberg Finance LP

Dabei wird angedacht, die Polizei - zumindest nachts - in die Bewachung einzubinden: "Ich persönlich würde mir wünschen, dass man sagt, herausgehobene Schätze, die überaus bedeutend sind, die lässt man zusätzlich bewachen."

Dass die Schmuckstücke wieder auftauchen, wird immer unwahrscheinlicher. 

Der niederländische Kunstdetektiv Arthur Brand (51) ist sich sicher, dass sie inzwischen auseinandergenommen, eingeschmolzen und die Edelsteine umgeschliffen wurden: "Die klauen das und geben es schnell weiter. Wenn sie gefasst werden, dann werden die Diamanten, das Gold und Silber nicht bei ihnen gefunden."

Mehr über den irren Coup und die Arbeit der Ermittler gibt es am Montagabend ab 22.45 Uhr in der ARD in der TV-Doku "Die Story im Ersten - Jahrhundertdiebstahl in Dresden".

Titelfoto: MDR

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