Millionenbetrüger "Exemption" belastet seinen besten Kumpel

Dresden - Seine Ergreifung war ein großer Erfolg für die Cybercops vom LKA.

Alexander P. (36) legte ein umfassendes Geständnis ab. 
Alexander P. (36) legte ein umfassendes Geständnis ab.  © Holm Helis

Alexander P. (38) zog laut Anklage ein kriminelles Imperium auf, das zwölf Millionen Euro Schaden anrichtete. Im Prozess am Landgericht Dresden gestand „Exemption“, wie sich der russische Buchhalter nannte, sehr umfangreich.

Über verzweigte Wege im Internet wurden bei Versandhäusern mit geklauten Kartendaten Luxuswaren und Technik bestellt. Die Ware ging nach Osteuropa, wurde dort neu verpackt und weiterverhökert. 

Die „Mitarbeiter“ wurden in Bitcoins (elektronisches Geld) und Waren ausbezahlt. Das Syndikat orderte 25. 816 Pakete. Einer der Mitarbeiter war der Mitangeklagte Dimitrij M. (26), der ebenfalls gestand. 

Den Wirtschaftsinformatiker hat Alexander als ehrgeizig in Erinnerung. "Er war einer der Reichsten, machte extra Geschäfte, forderte höhere Boni." Außerdem habe Dimitrij ständig versucht, das System zu optimieren. 

"Er wollte wohl in die Praxis umsetzen, was er im Studium gelernt hat", so Alexander, dessen Straftaten sich offenbar nicht nur auf Deutschland beschränken.

Inzwischen meldete sich die amerikanische Justiz bei der Dresdner Staatsanwaltschaft mit der Bitte, "Exemption" auszuliefern. 

Dimitrij M. versuchte laut Alexander, das Betrugssystem permanent zu "optimieren". 
Dimitrij M. versuchte laut Alexander, das Betrugssystem permanent zu "optimieren".  © Holm Helis

In Amerika soll er einen Schaden von 48 Millionen US Dollar angerichtet haben. Urteil folgt. 

Titelfoto: Holm Helis

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0