Ministerin verteidigt Straffreiheit für Sachsens Mundschutz-Muffel

Dresden - Nach Ansicht von Gesundheitsministerin Petra Köpping (61, SPD) haben die Sachsen die Mundschutzpflicht gut angenommen. Sie verteidigte gleichsam den Verzicht auf Strafe bei Verstößen. Zudem sollen die Krankenhäuser im Freistaat bald wieder den normalen OP-Betrieb aufnehmen können.

Setzt beim Mundschutz auf die "Vernunft der Menschen": Gesundheitsministerin Petra Köpping (61, SPD).
Setzt beim Mundschutz auf die "Vernunft der Menschen": Gesundheitsministerin Petra Köpping (61, SPD).  © Petra Hornig

Fast 80 Prozent der Bevölkerung hätten schon am Montag den Mund-Nasen-Schutz getragen, erklärte Köpping stolz bei einer Pressekonferenz. 

Räumte dann aber ein, dass ihre Einschätzung nicht auf einer statistischen Erhebung fußt, sondern auf ihrem Bauchgefühl nach einem morgendlichen Spaziergang.

Dass die neue Corona-Verordnung keine Strafen für Verstöße gegen die Mundschutz-Pflicht beinhaltet, sei kein Versäumnis, stellte die Ministerin klar. "Es ist nicht meine Priorität, Verstöße zu ahnden und Bußgelder zu verteilen, sondern mir geht es darum, dass das Bewusstsein der Bevölkerung da ist, dass wir uns gegenseitig schützen."

Auf den Hinweis, dass manche Krankenhäuser bereits über Kurzarbeit nachdenken, weil sie seit Wochen Betten für Corona-Patienten freihalten und deshalb den normalen Klinikbetrieb herunterfahren müssen, kündigte Köpping eine baldige Lösung an. 

Sie wolle noch in dieser Woche mit den sächsischen Krankenhauskoordinatoren eine Strategie zur Bettenauslastung entwickeln, so die Gesundheitsministerin.

Bald soll es in Sachsens Krankenhäusern wieder geplante Operationen geben, die wegen Corona verschoben wurden.
Bald soll es in Sachsens Krankenhäusern wieder geplante Operationen geben, die wegen Corona verschoben wurden.  © imago images / Daniel Schäfer

Gemeint ist damit die Behandlung von Patienten, deren Klinikaufenthalte und OPs wegen Corona verschoben wurden. Köpping: "Wir möchten gerne, dass wir schnell wieder in ein sehr gutes Behandlungssystem unseres Gesundheitswesens hineinkommen." 

Gleichzeitig müsse aber auch Vorsorge getroffen werden, falls es in Sachsen zu einem Corona-Hotspot komme.

Titelfoto: Petra Hornig

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