Mobile Testzentren, vorgelagerte Kontrollen, 40 Kilometer Stau: Corona-Abwehrkampf an der Grenze

Dresden/Prag - Die Grenze zu Tschechien ist dicht - das Chaos ist da! Der Rückstau vom Grenzübergang an der A17 (Breitenau) reichte bereits in den frühen Morgenstunden auf der Autobahn D8 bis hinter die nordböhmische Stadt Usti nad Labem - etwa 40 Kilometer!

Bei den Kontrollen an der sächsisch-tschechischen Grenze wurde jeder Dritte abgewiesen.
Bei den Kontrollen an der sächsisch-tschechischen Grenze wurde jeder Dritte abgewiesen.  © Holm Helis

Kontrolliert wird am Parkplatz "Am Heidenholz" jeder. Entsprechend hoch ist die Zahl der Abgewiesenen. Seit 0 Uhr bis 6 Uhr waren es bereits insgesamt 5000 an Tschechiens Grenzen zu Sachsen und Bayern und an der österreichischen Grenze zu Tirol. Etwa die Hälfte entfällt auf Sachsen.

Jeder Dritte darf nicht passieren. Mal fehlt ein Corona-Test (nicht älter als 48 Stunden) oder die elektronische Einreiseanmeldung.

"Viele sind uninformiert oder sie versuchen es einfach", so Bundespolizeisprecher Christian Meinhold (52). Oft kommen sie von weiter her und nutzen Tschechien nur als Transitland.

Das Zurückschicken oder das Nachholen des Testes hält auf.

Die Bundespolizei, derzeit auch von mehreren Einsatzzügen der Bereitschaftspolizei unterstützt, musste handeln: Mittlerweile werden an einer in Richtung Tschechien vorgelagerten Kontrollstelle der Güterverkehr separat abgearbeitet.

"Wir stehen mit den tschechischen Kollegen in engem Kontakt", so Meinhold.

Schlupfloch über die polnische Grenze ist gestopft

Johanniter und Rotes Kreuz brachten gestern Decken und Tee für die stundenlang Wartenden im Stau.
Johanniter und Rotes Kreuz brachten gestern Decken und Tee für die stundenlang Wartenden im Stau.  © Holm Helis

Polizeisprecherin Veronika Hysplerova aus Usti nad Labem bestätigt das: "Wir kanalisieren den Verkehr und schicken einen Teil der Fahrer an andere Übergänge. Die Feuerwehr hat zwei mobile Testzentren an den Übergängen installiert."

Das Testzentrum auf deutscher Seite wurde vom Landratsamt eingerichtet - wäre aber eigentlich die Aufgabe des Freistaates gewesen.

"Auf die Schnelle haben wir einen Arzt gefunden, der dort tagsüber einspringt, nachts übernehmen das Mitarbeiter des Gesundheitsamtes", so Landratsamts-Sprecherin Maria Ehlers. Montag wurde auch hier die Kapazität erhöht.

Außerdem organisierte die Bundespolizei auf deutscher Seite den Einsatz von Johannitern und Rotem Kreuz, die Decken und Tee an die Wartenden verteilen.

Das Schlupfloch für Transitreisende - über das Dreiländereck über die polnische Grenze nach Deutschland zu gelangen - ist gestopft: "Wir haben unsere Kontrollen auch dort verstärkt", so Meinhold.

Bundespolizeisprecher Christian Meinhold (52) geht davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Tagen beruhigt.
Bundespolizeisprecher Christian Meinhold (52) geht davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Tagen beruhigt.  © Steffen Füssel
An der D8 installierte die tschechische Feuerwehr eines von zwei Testzentren, um die deutsche Seite zu entlasten.
An der D8 installierte die tschechische Feuerwehr eines von zwei Testzentren, um die deutsche Seite zu entlasten.  © Feuerwehr Usti
Schon in der Nacht zu Montag hatten Johanniter auf der A17 an Autofahrer im Stau Heißgetränke ausgeschenkt.
Schon in der Nacht zu Montag hatten Johanniter auf der A17 an Autofahrer im Stau Heißgetränke ausgeschenkt.  © Johanniter

Außerdem: "Wir legen die Einreise von jemandem aus Polen, der der gerade ein paar Minuten zuvor aus Tschechien gekommen ist, als Einreise aus einem Virusvariantengebiet." Nur noch Gesundheitspersonal, Fahrer im Güterverkehr, landwirtschaftliche Saisonkräfte, Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland dürfen einreisen.

Titelfoto: Montage: Johanniter, Holm Helis, Steffen Füssel

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0