Jetzt wird's feucht und warm! Sachsen droht eine Mückenplage

Dresden - Wegen milder Winter und starker Trockenheit hatten wir in den letzten beiden Sommern schwache Mückenjahre. Mit den Regenfällen in diesen Tagen und den vergangenen Wochen schwärmen jetzt wieder vermehrt Plagegeister aus. Und das ist wohl erst der Anfang.

Insektenkundler Matthias Nuß (53) vom Senkenberg Museum für Tierkunde in Dresden.
Insektenkundler Matthias Nuß (53) vom Senkenberg Museum für Tierkunde in Dresden.  © Eric Münch

Zum Wochenende wird's im Freistaat wieder wärmer. Um die 22 Grad heute, morgen 24 und am Sonntag bis 28 Grad. Laut Wetterdienst sind lokal immer mal wieder Schauer möglich. 

Auch wenn wir von einem nassen Sommer bislang noch weit entfernt sind: Mit vermehrten Stech-Attacken oder einer Mückenplage ist jetzt vor allem in der Nähe stehender Gewässer zu rechnen.

Aus Mückensicht reicht bereits eine Pfütze oder ausgebeulte Dachrinne, wo sie nach Regen ihre Eier ablegen kann. Die Larven entwickeln sich mit steigenden Temperaturen besonders schnell. 

"Je wärmer und feuchter, desto besser für Mücken. Je kälter und trockener, desto schlechter", sagt Insektenspezialist Bernhard Seifert (64) vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz.

Zwar sind auch Mücken vom generellen Insektenschwund betroffen. Neue Arten wie die Asiatische Tigermücke machen sich wegen des Klimawandels dennoch in Deutschland breit. Nachgewiesen wurde sie etwa in Thüringen. Die aus den Tropen stammende Mücke kann Krankheiten wie Gelbfieber oder das Zika-Virus übertragen.

Da nicht jede Mücke Erreger in sich trägt, müsse sich jedoch zunächst eine ausreichend große Population entwickeln, bevor es gefährlich werde, so Matthias Nuß (53) vom Senkenberg Museum für Tierkunde in Dresden

Regenwetter begünstigt die Ausbreitung der Mücken.
Regenwetter begünstigt die Ausbreitung der Mücken.  © dpa/Sebastian Kahnert
Mücken! Viele Sachsen werden die Plagegeister in den kommenden Wochen spüren.
Mücken! Viele Sachsen werden die Plagegeister in den kommenden Wochen spüren.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

In Sachsen sei das aktuell nicht der Fall. Mit langfristig steigenden Temperaturen sei es aber denkbar. Der Freistaat selbst erfasst die Mücken-Lage bislang nicht. 

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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