Nach Aufmarsch vor seinem Wohnhaus: Kretschmer will erneut mit Demonstranten diskutieren

Dresden - Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) hat die "Querdenker", die am 10. Januar vor seinem Privatwohnsitz in der Lausitz demonstrierten, zum Gespräch eingeladen. Und erntet dafür Hohn und Spott von der Opposition.

Am 10. Januar demonstrierten Querdenker vor dem Haus von Michael Kretschmer (45, CDU). Nun lädt er auch sie zum Online-Dialog. Was bürdet sich der Ministerpräsident da auf?
Am 10. Januar demonstrierten Querdenker vor dem Haus von Michael Kretschmer (45, CDU). Nun lädt er auch sie zum Online-Dialog. Was bürdet sich der Ministerpräsident da auf?  © Screenshot

Die Online-Diskussion am nächsten Freitag sei öffentlich und richte sich an alle interessierten Bürger, vorrangig in der Region Zittau, teilte die Staatskanzlei auf Anfrage mit. Veranstalter ist die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Mit von der Partie sind der Zittauer OB Thomas Zenker (46, parteilos) und der medizinische Direktor des Krankenhauses Zittau, Mathias Mengel (51).

Die Opposition unkt: Kretschmer trinke bereitwillig den Kakao, durch den diese Menschen ihn ziehen, erklärte der Linken-Fraktionsvorsitzende Rico Gebhardt (57). Der Ministerpräsident müsse seine Zeit sinnvoller nutzen, als mit Leuten zu reden, die seine Argumente sowieso nicht hören wollen.

Tatsächlich geht die Einladung allerdings namentlich an eine Demonstrantin: Diese ist gleichzeitig Administratorin einer Telegram-Gruppe, in der der antisemitische Hetz-Klassiker "Der Giftpilz" als Hörbuch angeboten wird.

Sie selbst ist regelmäßige Teilnehmerin der Proteste an der Bundesstraße 96, verbreitet die Videos, die teilweise mit Rechtsrock unterlegt sind.

Auch Zittaus OB Thomas Zenker (46, Zittau kann mehr) wird bei der Online-Diskussion dabei sein.
Auch Zittaus OB Thomas Zenker (46, Zittau kann mehr) wird bei der Online-Diskussion dabei sein.  © dpa/Miriam Schönbach

Andere B96-Protestierer rufen in einschlägigen Facebook-Gruppen dazu auf, den "Laternenmast vor seinem Wohnhaus" zu nutzen, Leinen wären bereits da.

Titelfoto: Screenshot

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