Nach Protesten gegen rechten Szene-Treff in Bautzen: Verwirrung um Rapper Chris Ares

Bautzen - Verwirrung um einen rechtsextremen Musiker: Der Rapper Christoph Aljoscha Zloch (28, "Chris Ares") wollte eigentlich am 12. September in der Wendischen Straßen ein Tattoo-Studio und rechten Szene-Treff eröffnen. Am Montagnachmittag behauptete er, dass daraus doch nichts wird. Doch kurz darauf löschte er diesen Post wieder. Was ist da los?

Rapper Christoph Aljoscha Zloch (28) bei einer AfD-Veranstaltung 2016 in München.
Rapper Christoph Aljoscha Zloch (28) bei einer AfD-Veranstaltung 2016 in München.  © imago images / ZUMA Press

Zwei Petitionen, Distanzierungen fast aller Stadtratsfraktionen und offener Protest der Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung: Zlochs Pläne sich in Bautzen anzusiedeln, stießen auf breiten Widerstand (TAG24 berichtete). 

Am Nachmittag sah es kurzzeitig so aus, als hätten die Protestierer Erfolg: "Ihr alle sollt nur wissen, dass wir den Laden im September, in der Wendischen Straße in Bautzen, nicht eröffnen können", schreib Zloch bei Telegram. 

Der Vermieter habe ihm gekündigt. Tatsächlich hatte sich Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (54, SPD) mit dem Vermieter in Kontakt gesetzt, um Möglichkeiten, den Treff zu verhindern, zu diskutieren.

Doch nach wenigen Minuten hatte Zloch den Post auch wieder gelöscht. Der Oberbürgermeister mahnt zur Vorsicht: "Von einer Kündigung durch den Vermieter wissen wir derzeit nichts", sagt er TAG24. 

"Mein Referent hat gerade mit dem Vermieter gesprochen und konnte die Kündigung nicht bestätigen. Allerdings kann ich sagen, dass der Vermieter alles andere als begeistert ist. Trotzdem ist der Post Ares' ein vielverpsrechendes Signal. Es zeigt, dass er wohl bemerkt hat, dass er in Bautzen alles andere als willkommen ist."

Vom bayrischen Verfassungsschutz als Rechtsextremist eingestuft

Das - geplante - Ladengeschäft von Chris Ares mitten im Herzen der Bautzener Altstadt. Wenige Häuser weiter auf der Schülerstraße befindet sich das Büro der Partei "Die Linke".
Das - geplante - Ladengeschäft von Chris Ares mitten im Herzen der Bautzener Altstadt. Wenige Häuser weiter auf der Schülerstraße befindet sich das Büro der Partei "Die Linke".
Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (54, SPD).
Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (54, SPD).  © Steffen Unger
Chris Ares wird seit 2016 vom bayrischen Verfassungsschutz als Rechtsextremist eingestuft und sorgt seit längerem für Unruhe im Landkreis Bautzen: Zuerst hatte er angekündigt in der Nähe von Bischofswerda einen "patriotischen Jugendtreff" einzurichten und mit Gesinnungsgenossen ein eigenes Dorf zu besiedeln. Aus dem Dorf wurde später nur noch ein gemeinsames Haus mit anderen rechten Rappern.

Titelfoto: imago images / ZUMA Press

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