Nach Tod von Student: 30-Jähriger steckte sich wohl in Dresden mit Corona an

Dresden - Nachdem die Bewohner des Hochhauses auf der Hildebrandstraße 7 vergangene Woche auf Corona getestet wurden, zieht die Stadt nun eine erste Bilanz. Die Ermittlungen des Gesundheitsamtes sind weitergehend abgeschlossen.

170 Bewohner und Bewohnerinnen der Hildebrandstraße 7 mussten zunächst in Quarantäne.
170 Bewohner und Bewohnerinnen der Hildebrandstraße 7 mussten zunächst in Quarantäne.  © Daniel Schäfer/dpa-Zentralbild/Daniel Schäfer

Wie die Stadt am Freitag mitteilte, hat sich der am 3. Juni verstorbene Inder (30) mit großer Wahrscheinlichkeit in Dresden infiziert und nicht auf seiner Auslandsreise kurz zuvor. Der Mann war aus Bangalore eingereist.

Es bestehe ein epidemiologischer Zusammenhang zu einer anderen positiv getesteten Person, mit der der 30-Jährige relevanten Kontakt hatte. Zudem wurde bei dem Verstorbenen die Delta-Variante nachgewiesen.

Nach dem Tod mussten zunächst alle Bewohnerinnen und Bewohner der Hildebrandstraße 7 in Quarantäne. Bei den insgesamt 170 Tests gab es sieben positive Befunde.

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In drei Fällen davon gab es bereits vorher schon eine bestätigte Corona-Infektion, "sodass die erneuten Testergebnisse die bestehende Infektion widerspiegeln", wie die Stadt weiter mitteilt.

Zudem hat die spezifische PCR-Untersuchung ergeben, "dass in drei der sieben Positivbefunde die Delta-Variante wahrscheinlich ist". Die genauen Befunde stehen noch aus.

Nicht alle Kontaktpersonen wurden offenbar vollständig angegeben

Das Hochhaus wurde zwischenzeitlich von der Polizei abgeriegelt.
Das Hochhaus wurde zwischenzeitlich von der Polizei abgeriegelt.  © Ove Landgraf

Nach der Auswertung der PCR-Tests konnten alle negativ Getesteten, die nicht als Kontaktperson galten, bereits am 6. Juni wieder aus der Quarantäne raus.

Neben den positiv Getesteten befinden sich immer noch 13 Kontaktpersonen in maximal 14-tägiger Quarantäne.

"Zur Unterbrechung der Infektionsketten und der Eindämmung einer Ausbreitung der Delta-Variante musste ein sehr restriktives Vorgehen gewählt werden, das allen Beteiligten und vor allem der Bewohnerschaft ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft und Akzeptanz abverlangte", begründete die Stadt diese besondere Maßnahme.

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Hätten weitere Infektionen vielleicht verhindert werden können? Offenbar waren nicht alle angegeben Daten vollständig.

"Es zeigte sich im Rahmen der Kontaktpersonennachverfolgung und der Rückwärtsermittlung im Fall des Verstorbenen, dass diejenigen, die sich in seinem Umfeld schon früher infiziert hatten, nicht alle Kontaktpersonen aus Sorge um eine Quarantäne angegeben oder Quarantäneregeln nicht konsequent eingehalten haben."

Titelfoto: Daniel Schäfer/dpa-Zentralbild/Daniel Schäfer

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