Nach tödlicher Messer-Attacke: Schwulenverband entsetzt über Ermittler

Dresden - Das tödliche Messerattentat in Dresden auf zwei Touristen an der Schloßstraße: Wenige Tage nach der Aufklärung der islamistisch geprägten Tat äußert sich der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg.

Am Tatort erinnern Blumen an den Toten und seinen schwerverletzten Partner.
Am Tatort erinnern Blumen an den Toten und seinen schwerverletzten Partner.  © Norbert Neumann

Denn dass beide Opfer ein homosexuelles Paar waren, verschwiegen die Ermittler bis zuletzt.

"Mit großer Irritation nimmt unser Verband den öffentlichen Umgang mit dem Terroranschlag zur Kenntnis", sagt Geschäftsführer Jörg Steinert.

"Die Gleichgültigkeit, mit der Politik und Gesellschaft auf dieses Verbrechen reagieren, ist zutiefst verstörend. Vollkommen unverständlich ist, warum die islamistischen Einstellungen des Täters und die mutmaßlich homosexuellenfeindliche Motivation über Wochen verschwiegen und erst nach Zeitungsrecherchen bekannt wurden." 

Jörg Steinert wird deutlich.
Jörg Steinert wird deutlich.  © DPA / Britta Pedersen

Wenn der zuständige Oberstaatsanwalt sage, man äußere sich zur sexuellen Orientierung von Tatopfern nicht, sei das "befremdlich". 

Titelfoto: DPA / Britta Pedersen / Norbert Neumann

Mehr zum Thema Dresden: