Neue Lockerungen geplant: Was in Sachsen bald wieder möglich sein soll

Dresden - Besuche in Altenheimen, Familienfeiern, Busreisen: Die Staatsregierung hat für kommende Woche weitere Lockerungen angekündigt. Motto: Mehr Eigenverantwortung, weniger staatliche Vorgaben. Maskenpflicht und Abstandsgebot bleiben aber.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir wissen jetzt viel über die Krankheit und die Übertragungswege. Und es gibt ein niedriges Infektionsrisiko in Sachsen", begründete Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU). 

Von Montag auf Dienstag gab es in neun Landkreisen keine neuen Corona-Fälle. Deshalb sei es richtig, den "Staat weiter zurückzunehmen".

Die Lockerungen - die noch nicht beschlossen wurden - sollen mit der neuen Corona-Verordnung am 6. Juni in Kraft treten und bis Ende Juni bzw. Anfang Juli gelten, kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping (61, SPD) an. 

Hygienemaßnahmen, Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie Geschäften und Mindestabstand bleiben, dies sei absolut zumutbar, so Kretschmer. "Das gibt vielen Menschen Sicherheit."

Konkret sollen es in Alten- und Pflegeheimen künftig statt dem Besuchsverbot mit Ausnahmen eine Besuchserlaubnis mit Auflagen geben (Maske und Abstand). Köpping: "Wichtig bleibt, dass nicht jeder machen kann, was er will." 

Größere Familienfeiern (auch geschlossene Gesellschaften in Restaurants) sollen künftig möglich sein. 

"Noch diskutieren wir aber, ob die Zahl von 50 Personen richtig ist", so Kretschmer. Denn die Gesundheitsämter müssten immer noch in der Lage sein, bei einem Corona-Fall die Infektionsketten nachzuvollziehen. Das sei aber bei Familientreffen einfacher als bei Treffen von Fremden.

Bald wieder Treffen von bis zu zehn Personen erlaubt?

Die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (61, SPD).
Die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (61, SPD).  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Auch Busreisen werden wieder möglich sein, so Kretschmer. "Ein Hygienekonzept wird nötig sein, dann kann es losgehen."

Bei den Kontaktbeschränkungen - etwa für private Treffen zu Hause - gibt es noch Abstimmungsbedarf. 

Im Gespräch sind bis zu zehn Personen, die erlaubt sind. Ebenso wird noch über Kinderfreizeiten in den Ferien und eine mögliche Öffnung von Hallenbädern, Saunen und Heilbädern diskutiert.

Kretschmer: "Wir treffen unsere Entscheidungen immer nach gründlicher Abwägung, wir hören auch kritische Stimmen." 

Am Donnerstagabend will die Staatsregierung an einem Runden Tisch die bisherigen Corona-Maßnahmen in der Staatskanzlei diskutieren. 

Neben Virologen und Experten sind dann auch Kritiker eingeladen, die die Vorgehensweise für falsch oder überzogen halten. Geladen sind 22 Teilnehmer. ​

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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