Neuer Eigentümer für den Radebeuler Arznei-Pionier

Radebeul - Gerettet! Das wohl traditionsreichste sächsische Chemieunternehmen hat einen neuen Eigentümer und muss damit vorerst nicht mehr um sein Bestehen bangen: Arevipharma aus Radebeul ist jetzt in südkoreanischer Hand.

Südkorea und Deutschland: Flaggengruß am Werk am Dienstag.
Südkorea und Deutschland: Flaggengruß am Werk am Dienstag.  © Eric Münch

Wenn beim Weltkonzern Bayer heute jemand die Zeit zurückdrehen könnte, würde er die Uhr wahrscheinlich auf 1897 stellen.

Damals meldete ein pharmachemischer Betrieb namens Heyden im fernen Radebeul die Rechte für Acetylsalicylsäure an. Unter dem Namen Acetylin kam es auf den Markt.

Dass die Rechte an der Acetylsalicylsäure schon vergeben waren, fiel Bayer erst zwei Jahre später auf. Bei der Anmeldung ihres Markennamens Aspirin!

Bayer gibt es noch immer. Aber auch die Radebeuler. Unter dem Namen Arevipharma sind sie jetzt im Besitz neuer Eigentümer aus Südkorea.

Dem vorangegangen waren bange Monate und Jahre. Zuletzt drohte 2020 das Aus. Da gehörte die Firma den Gebrüdern Strüngmann (Hexal, ab 2005 Novartis), die das Werk in Radebeul 2003 erworben hatten.

Patriarch mit Weitsicht: Firmengründer Friedrich von Heyden (1838-1926).
Patriarch mit Weitsicht: Firmengründer Friedrich von Heyden (1838-1926).  © PR/Arevi Pharma
Die Chemische Fabrik von Heyden im Jahr 1899.
Die Chemische Fabrik von Heyden im Jahr 1899.  © Stadtarchiv Radebeul
Die Firma stellt seit fast 150 Jahren ganz verschiedene Medizin-Produkte her.
Die Firma stellt seit fast 150 Jahren ganz verschiedene Medizin-Produkte her.  © Archiv
Zwei Jahre schneller als Bayer: 1897 präsentierten die Radebeuler die erste industriell hergestellte Acetylsalicylsäure. 1899 kam Bayer damit als Aspirin auf den Markt.
Zwei Jahre schneller als Bayer: 1897 präsentierten die Radebeuler die erste industriell hergestellte Acetylsalicylsäure. 1899 kam Bayer damit als Aspirin auf den Markt.  © imago/Westend61

Auch 2003 stand die Zukunft des Betriebs in den Sternen. Bis dahin gehörten die Radebeuler seit 1991 Asta Medica (Degussa). Zu DDR-Zeiten war das Unternehmen Bestandteil des VEB Arzneimittelwerkes Dresden.

Titelfoto: Eric Münch

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