Neuer Museums-Chef zeigt die Glashütter Kostbarkeiten

Glashütte - Er ist pünktlich und sehr genau. Eine Viertelstunde Verspätung empfindet Ulf Molzahn (53) als unhöflich und Zeitverschwendung für den Wartenden. Wer wie er tickt, ist in der Uhrenstadt Glashütte genau richtig - seit 1. September ist Molzahn Leiter des Deutschen Uhrenmuseums, das über 500 Zeitmesser beherbergt.

Glückwunsch zum Traumjob und Geburtstag: Ulf Molzahn (53) schlägt beim Feiern hoffentlich keine Stunde.
Glückwunsch zum Traumjob und Geburtstag: Ulf Molzahn (53) schlägt beim Feiern hoffentlich keine Stunde.  © Holm Helis

Am Freitag eröffnet der gebürtige Greifswalder seine erste Sonderausstellung: "Glashütter Uhren - Wie alles begann". 

Vor 175 Jahren wurde der Grundstein für das präzise Handwerk gelegt, dem heute im Müglitztal neun Manufakturen nachgehen. 

"Wir beschäftigen uns in der Ausstellung mit den ersten 25 Jahren", so Molzahn. Die älteste Taschenuhr in der Vitrine stammt aus dem Jahr um 1848 und wurde in der Manufaktur Lange gefertigt. 

"Sie muss unglaublich teuer gewesen sein, weil sie sich in Deutschland nicht verkaufen ließ, sondern nur in Amerika", weiß Kurator Jürgen Franke (49).

Museums-Chef Molzahn trägt zwar Weste, aber (noch) keine Taschenuhr. "Aber es wäre eine Option." 

Neue Sonderausstellung "Glashütter Uhren - Wie alles begann" geht noch bis April 2021

Die "Dienstuhr" des Museumsleiters stellte Glashütte Original zur Verfügung.
Die "Dienstuhr" des Museumsleiters stellte Glashütte Original zur Verfügung.  © Holm Helis
Mueumsdirektor Ulf Molzahn (53, r.) schaut sich mit Kurator Jürgen Franke (49) die älteste Uhr der Ausstellung an - die Herrentaschenuhr „Lange 106“.
Mueumsdirektor Ulf Molzahn (53, r.) schaut sich mit Kurator Jürgen Franke (49) die älteste Uhr der Ausstellung an - die Herrentaschenuhr „Lange 106“.  © Holm Helis
Die Sonderausstellung "Wie alles begann" ist bis 18. April im Deutschen Uhrenmuseum Glashütte zu sehen.
Die Sonderausstellung "Wie alles begann" ist bis 18. April im Deutschen Uhrenmuseum Glashütte zu sehen.  © Holm Helis

Bis dahin liest er die Zeit von einer "Spezimatic" der Glashütter Uhrenbetriebe ab. "Die Uhr hat mein Vater zu meiner Geburt gekauft. Ich trage sie zu Familienfeierlichkeiten." 

Im Dienst hat Molzahn einen "Senator Chronograph Panoramadatum" von Glashütte Original am Arm. 

"Damit wurde ich von der Manufaktur ausgestattet. Denn sie finanziert gemeinsam mit der Stadt über eine Stiftung das Museum."

Titelfoto: Holm Helis

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