Nie wieder Tickets ziehen: Neue Handy-App für Bus und Bahn

Dresden - Noch einfacher geht's nicht. VVO und DVB wollen mit einer neuen App ihren Kunden das Leben erleichtern und mehr Menschen vom Nahverkehr überzeugen.

Die Fairtiq-App erfasst die Fahrstrecke und berechnet dafür das richtige Ticket.
Die Fairtiq-App erfasst die Fahrstrecke und berechnet dafür das richtige Ticket.  © Norbert Neumann

Der Ticketkauf in Bus, Bahn oder an Haltestellen soll damit ebenso der Vergangenheit angehören wie die Suche nach dem richtigen Tarif.

Möglich macht das die App Fairtiq, die 2016 in der Schweiz entwickelt wurde und dort seit 2018 landesweit verfügbar ist. Beim Einsteigen genügt eine Wischbewegung, um den Fahrtantritt zu erfassen. Eine weitere beim Aussteigen beendet die Fahrt.

"Durch die Standortermittlung erkennt die App, welche Strecke gefahren wurde und berechnet das Ticket", erklärt DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (52).

Dabei erkennt sie auch, ob ein Tagesticket die bessere Wahl wäre und wählt automatisch den günstigsten Preis. Abo-Kunden können ihre Monatskarte hinterlegen. Verlassen sie ihre Stammzone, berechnet die App nur den zusätzlichen Betrag.

Bezahlt wird per Kreditkarte, PayPal oder Lastschrift. Die App selbst ist kostenlos. Funklöcher könne die App überbrücken, sagt VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen (52).

Vergisst man auszuchecken, meldet sie sich. Der Haken: Um nachträgliche Korrekturen zu ermöglichen, werden die Daten gespeichert und erst nach einiger Zeit anonymisiert, erklärt Reto Schmid (44) von Fairtiq.

Die App von Reto Schmid (44) ist die erfolgreichste ihrer Art weltweit, startet nun auch in Dresden.
Die App von Reto Schmid (44) ist die erfolgreichste ihrer Art weltweit, startet nun auch in Dresden.  © Norbert Neumann

Ganz neu ist die Idee nicht. Bereits 2004 hatte der VVO mit dem Allfa-Ticket eine ähnliche Lösung getestet. "Dafür war aber ungeheuer viel Technik notwendig. Daran ist es gescheitert", erinnert sich Ehlen. Jetzt könne man die Smartphones nutzen, die ohnehin da seien.

Titelfoto: Norbert Neumann

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