Nur "Einsen" auf dem Zeugnis: Das ist die Super-Azubine von der Bastei!

Pirna - Englisch - sehr gut. Service - sehr gut. Warenwirtschaft - sehr gut. Hotelorganisation - sehr gut. Wirtschaftskunde - sehr gut. Und so geht das auf dem Abschluss-Zeugnis von Restaurantfachfrau Irti Shadow (32) weiter.

Irti Shadow (32) hat beim Servieren im Panoramarestaurant so ganz nebenbei den allerschönsten Ausblick.
Irti Shadow (32) hat beim Servieren im Panoramarestaurant so ganz nebenbei den allerschönsten Ausblick.  © Marko Förster

Nur einen kleinen Punktabzug gibt es für die Indonesierin in Sport und Deutsch. Trotzdem: Irti ist die Klassenbeste im Berufsschulzentrum Pirna.

Und dabei ist sie nicht nur außerordentlich klug - sondern auch ziemlich mutig.

"Über eine Arbeitsvermittlung in Indonesien habe ich den Ausbildungsvertrag bekommen. Da konnte ich noch kein Wort Deutsch", erzählt Irti.

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"Ein halbes Jahr habe ich erst in Jakarta, dann in Hamburg Deutsch gelernt."

Fernab ihrer Familie in Indonesien startete Irti vor drei Jahren ihre duale Ausbildung im Panoramarestaurant "Bastei" in der Sächsischen Schweiz - jetzt hat sie einen Arbeitsvertrag in der Tasche.

"Wir bilden aus, um die jungen Leute danach einzustellen. Wir haben 16 Azubis - aus Deutschland, Brasilien, Vietnam, Argentinien, Spanien und Indonesien. Im neuen Ausbildungsjahr rücken zehn Azubis nach", sagt Petra Reiße-Morgenstern (63), Inhaberin des berühmten Gastro- und Hotelkomplexes an der Basteibrücke.

"Die verschiedenen Muttersprachen kommen uns bei jährlich über einer Million Touristen zugute."

Wo andere Urlaub machen, absolvierte Irti ihre Ausbildung: auf der Bastei.
Wo andere Urlaub machen, absolvierte Irti ihre Ausbildung: auf der Bastei.  © Marko Förster

Irti sieht ihre Zukunft in Deutschland

Auch Irti ist multilingual, spricht neben ihrem Heimatdialekt, Indonesisch, Deutsch, Englisch, Vietnamesisch und Chinesisch.

"Ich lerne eben gern", winkt sie bescheiden ab.

Gegen aufkommendes Heimweh helfen die fast täglichen Videocalls mit ihrer Familie, die sie coronabedingt schon lange nicht mehr gesehen hat. "Im nächsten Jahr will ich sie endlich wieder besuchen."

Doch ihre Zukunft sieht Irti in Deutschland.

Titelfoto: Bildmontage: Marko Förster (2)

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