Pandemie-Schicksal: Zehnjähriger schreibt bewegenden Aufsatz über seine Corona-Erkrankung

Dresden - 150.000 Sachsen haben sich bislang mit dem Corona-Erreger Covid-19 angesteckt, 3700 sind daran bislang gestorben. Einer der Erkrankten war Mattheo Vogel (10) aus Dresden. Er überstand Corona - nach einer dramatischen und lebensgefährlichen Zeit. Jetzt hat der Schüler sein Erlebnis in einem berührenden Aufsatz niedergeschrieben. (>> Hier könnt Ihr den Kommentar unseres Redakteurs dazu lesen.)

Wieder daheim: Mattheo Vogel (10) mit seiner Mama Carla (42) in der Dresdner Wohnung.
Wieder daheim: Mattheo Vogel (10) mit seiner Mama Carla (42) in der Dresdner Wohnung.  © Norbert Neumann

Es ist der Albtraum einer jeden Mutter: Das Kind bekommt plötzlich keine Luft mehr. Carla Vogel (42) kennt die Situation seit zehn Jahren.

Das einstige Frühchen Mattheo erleidet drei Mal im Jahr einen Pseudokrupp, der Kehlkopf schnürt zu. Als er kleiner war, sogar vier- bis fünfmal pro Jahr.

Dann muss alles sehr schnell gehen. Weil das Medikament im Notfallset erst nach 45 Minuten anschlägt, wird ein Notarzt gerufen. Der verabreicht noch im Einsatzwagen Adrenalin zum Inhalieren - der Krampf löst sich.

Doch an jenem Tag Mitte Dezember 2020 war alles anders: "Der Anfall kam bereits am Nachmittag. Sonst ist das immer nachts", so Vogel. "Diesmal half auch das Inhalieren nichts. Der Verlauf war völlig untypisch."

Erst im Dresdner Uniklinikum wurde Mattheo wieder stabil. Der Kehlkopf schwoll ab. Nach zwei Tagen durfte er wieder nach Hause. Die Feiertage bedeuteten für ihn und die Familie Quarantäne.

Tapfer und fleißig: Mattheo beim Schreiben seines Erlebnisberichts.
Tapfer und fleißig: Mattheo beim Schreiben seines Erlebnisberichts.  © Norbert Neumann
Der Aufsatz über den Corona-Schock.
Der Aufsatz über den Corona-Schock.  © Norbert Neumann
Ein Bild nur wenige Stunden nach der dramatischen Atemnot. Mattheo im Krankenbett.
Ein Bild nur wenige Stunden nach der dramatischen Atemnot. Mattheo im Krankenbett.  © privat
Das Überwachungsgerät am Bett im Krankenhaus.
Das Überwachungsgerät am Bett im Krankenhaus.  © privat

"Mein Weihnachten war ganz anders"

Mittwoch hat er das Erlebnis für die Schule aufgeschrieben. "Mein Weihnachten war ganz anders. Ich hatte Corona", lauten die ersten Sätze. Und weiter hinten: "Ich hatte Atemnot, keine Stimme mehr, keinen Geschmack. Ich hing an einem Gerät, das immer gepiept hat, wenn ich mich bewegt habe."

Am Ende heißt es: "Ich würde euch empfehlen, öfter die Hände zu waschen und Mundschutz zu tragen."

Wo er sich das Virus geholt hat, ist unklar, sagt Carla Vogel. Sie selbst war nach dem Vorfall negativ getestet worden. Nun wartet sie auf das Ergebnis eines Antikörpertests.

Titelfoto: Norbert Neumann (2)

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